Archive for Dezember, 2006

Das Schloss

Mittwoch, Dezember 27th, 2006

Schloßstr. 34, 12163 Berlin

2 von 5 Punkten

Die Steglitzer Politik spinnt. Angeblich soll die Schloßstraße als Einkaufsstraße gefördert werden; die Erfahrung zeigt aber, daß Einkaufszentren die kleinen Läden und Fachgeschäfte kaputtmachen. Nach dem Forum Steglitz haben wir ein weiteres Einkaufszentrum an der Schloßstraße so dringend gebraucht wie ein zweites Loch im Bauch, und nun wird nach dem “Das Schloss” auch noch ein drittes am Walter-Schreiber-Platz gebaut.

Nun gut, “Das Schloss” ist nun mal da. Wie ist es denn nun, für sich gesehen?

Voll. Auch in eigentlich schwachen Zeiten, in der Woche vormittags, sind so viele Leute unterwegs, daß ich mich schon in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühle.

Eng. Für einen Neubau, der von Anfang an gedacht ist, viele Besucher anzuziehen, hat er überraschend wenig Platz.

Einigermaßen vielfältig. Das Angebot an Geschäften ist ganz ordentlich; es gibt allerdings wenig, was ich mir für die Gegend wirklich gewünscht hätte (mit Conrad Electronic als nennenswerter Ausnahme), nichts, was ein zwingender Grund zum Besuch wäre.

Überladen. Die Dekoration ist post-modern zuckerbäckerig proppevollgestopft. Das scheinen viele zu mögen; ich find’s anstrengend.

“Das Schloss” soll wohl einen luxuriösen Eindruck machen. Die Absicht ist erkennbar, und es wurde viel Geld zu diesem Zweck investiert – leider aber nicht für den wahren Luxus, Platz zum Gehen zu haben.

Mein Fazit nach mehrfachem Besuch: Gebraucht haben wir’s wirklich nicht, und schöner als woanders finde ich das Einkaufen dort auch nicht, eher anstrengender. Hoffen wir mal, daß die Geschäfte in der Schloßstraße und den angrenzenden Rayons nicht allzusehr unter dem “Das Schloss” leiden.

Zwölf Apostel

Mittwoch, Dezember 27th, 2006

Schloßstr. 34, Berlin

2 von 5 Punkten

Die Zwölf Apostel in Steglitz gehören zum neuen Einkaufszentrum “Das Schloss”. Nachdem ich vor Jahren mal das gleichnamige Restaurant am Savignyplatz kennengelernt hatte, wollten wir uns im Sommer auch dieses einmal ansehen.

Zahlreiche Tische und Stühle draußen wirken recht einladend. Leider stellte sich doch heraus, daß die Kreuzung Schloßstraße/Grunewaldstraße so laut ist, daß meine Begleiterin und ich es trotz guter Vorsätze nicht aushielten. Wir wechselten nach drinnen.

Atmosphärisch war es ganz angenehm, der Service trotz nicht vollem Lokal allerdings immer wieder etwas schwer an den Tisch zu bekommen. Mein Essen, ein Nudelgericht, war recht langweilig und den Preis nicht wert, der offene Wein durchschnittlich. Die Pizza meiner Begleiterin war wohl deutlich besser, aber ihre Cola Light wäre für mich keine Alternative gewesen.

Nachtrag: I dodici apostoli im Das Schloss gibt es nicht mehr, in den Räumen ist jetzt ein anderes Lokal.

Wüstefeld

Freitag, Dezember 22nd, 2006

Schloßstr. 96, Berlin

4 von 5 Punkten

In diesem Laden will ich eigentlich viel öfter gehen, denn das Angebot ist verlockend, aber auch hier ergibt sich das Problem, daß ich dabei möglicherweise viel zuviel Geld ausgebe. Immerhin sehe ich fast jedes Mal in die Schaufenster, wenn ich hier vorbeikomme.

Wüstefeld ist ein Fotoladen, und er ist groß. Die Auswahl scheint stattlich zu sein, oberflächlich beurteilt. In den Schaufenstern sind vor allem viele gebrauchte Kameras und Zubehör zu sehen, für mich mit die größte Versuchung.

Café Rix

Freitag, Dezember 22nd, 2006

Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin

4 von 5 Punkten

Der Saal ist das schönste im Café Rix, groß, hoch, mit sehr schön restauriertem Stuck. Er ist leider manchmal auch das störendste: Durch die großen flachen Wände kann es sehr laut werden, wenn das Café voller wird.

Der Service ist wechselhaft, von den einzelnen Personen und der Tagesform abhängig, meistens aber durchaus ordentlich.

Die Küche hat mir, anscheinend anders als anderen, immer gut gefallen. Das Angebot ist mit der wechselnden Tageskarte abwechslungsreich, teilweise originell, die Zubereitung sorgfältig, das Resultat gut und wohlschmeckend. (Meine Beobachtungen sind allerdings eine Weile her.)

Das Angebot an Zeitschriften lädt auch einzelne dazu ein, hier einfach mal etwas Zeit zu verbringen. Vor allem die Polsterbänke an den Wänden sind dazu durchaus bequem genug.

Reformhaus Schmolke

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Steglitzer Damm 35, Berlin

4 von 5 Punkten

Schmolke gibt’s nicht mehr, er hat den Laden zugemacht. Schade, denn hier gab es – vorausgesetzt, man kam sehr rechtzeitig – Bio-Brot zu kaufen, für das ich jetzt weiter weg muß.

Bio Company Friedenau

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Bundesallee 88, 12161 Berlin

4 von 5 Punkten

Einer der großen Läden der in Berlin recht verbreiteten Bio-Company-Kette, mit viel Platz und viel Auswahl.

ASA 90

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Fuldastr. 55, Berlin

4 von 5 Punkten

ASA 90 handelt mit gebrauchten Kameras (vor allem Foto, aber auch Film) und Zubehör. Neben wirklich schönen alten Geräten gibt es auch neuere, die durchaus heute noch gut zu gebrauchen sind – allerdings aus der vor-Autofokus-Zeit. Die Auswahl ist nicht riesig, aber durchaus einen Blick wert. Ich sah hier schon einmal eine Kamera zu genau dem Preis, zu dem ich das gleiche Modell gerade vorher woanders erworben hatte, aber in deutlich besseren Zustand.

Kropp

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Karl-Marx-Str. 82, 12043 Berlin

4 von 5 Punkten

Früher war ich oft hier. Als ich gestern nach langer Zeit mal wieder an Kropp vorbeikam, ärgerte ich mich, daß ich gerade vorher schon etwas gegessen hatte – und ausgerechnet Fisch.

Kropp war für mich nämlich früher vor allem die Anlaufstelle für frisch gebratenen Fisch, im Stehen zu essen – ein Filet vom Seelachs, von der Scholle oder einer der anderen Sorten, dazu eine Portion der vorzüglichen, selbst hergestellten Kartoffelsalate. Und einen Becher Milch!

Aber das ist nur ein Teil des ganzen. Fisch gibt es auch frisch, in großer Auswahl, Besonderheiten auf Bestellung. Dazu viele Salate, darunter die genannten Kartoffelsalate, aber auch diverse Krabbensalate, und was es eben sonst noch so gibt.

Eine Auswahl interessanter Würste gibt es, Käse, Brot, ein bißchen Wein und Sekt, aber wirklich lohnen tut sich der Besuch für den Fisch, sei er frisch oder frisch gebraten.

Straßenbahn

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Laubacher Str. 29, Berlin

4 von 5 Punkten

In der Straßenbahn hat sich nicht viel geändert in den fast 30 Jahren ihres Bestehens – jedenfalls nicht in den knapp 20 Jahren, die ich das Lokal kenne. Warum auch? Es gefällt den Gästen ja, und die waren auch alle von Anfang an dabei, zumindest hat es fast den Anschein.

Die Straßenbahn hat Atmosphäre. Daß sie nach wie vor von einem Kollektiv bewirtschaftet wird, daß aushängt, welchen Projekten die Trinkgelder in letzter Zeit zugute gekommen sind, daß die Gäste zwar durchaus höflich, aber alles andere als unterwürfig behandelt werden, gehört dazu. Gleichzeitig ist es so sehr altes West-Berlin, wie es sich nur an wenigen Orten erhalten hat.

Es gibt die für eine Kneipe im wesentlichen übliche Getränkeauswahl mit ein paar netten Akzenten (Rhabarbersaft!); die Speisenauswahl ist typisch für die Mischform Kneipenrestaurant. Auf der Tageskarte gibt es einige warme Speisen, das sonstige Angebot ist nicht groß und durch eine Auswahl belegter Fladenbrote geprägt – alles sehr preisgünstig und durchaus gut.

Es gibt einen Nichtraucherraum, der sogar relativ gut vom Rest getrennt ist. Da sitze ich selbst gerne und stehe hin und wieder auf, um am Tresen eine Zigarette zu rauchen.

Sandmann

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Reuterstraße 7, 12053 Berlin

4 von 5 Punkten

Kaffee gibt’s im Sandmann auch, aber ich glaube, es wird doch mehr Bier getrunken. Das Getränkeangebot ist nicht ohne Reiz, wenn auch eher kneipentypisch; dazu gibt es Snacks. Das Publikum ist stärker intellektuell geprägt als sonst in Neuköllner Kneipen üblich, aber immer noch gemischt.

Wenn man sich, wie es die meisten tun, an einen der Tische setzt, ist der Sandmann eine Kneipe, in die man gut mal mit Freunden gehen kann, weil sie günstig gelegen ist und weil einem die einfache, aber liebevolle Atmosphäre gefällt.

Kommt man aber allein und setzt sich an den Tresen, kann es durchaus sein, daß man in nette Gespräche oder aberwitzige Diskussionen verwickelt wird, je nach Zusammensetzung und Tagesform des Publikums, und viel später erst wieder nach Hause findet als eigentlich beabsichtigt. Das gilt nicht nur für “die, die immer hier sitzen”, sondern auch (vorher) Fremde werden schnell aufgenommen, wenn sie etwas kontaktfreudig sind.

Häufig gibt es Musikveranstaltungen, zum Beispiel “Blue Monday”, eine offene Blues-Session jeden Montag, aber da bin ich nicht auf dem neuesten Stand.