Archive for Januar, 2008

Orinoco

Samstag, Januar 26th, 2008

C/ Manuel Rodriguez Quintero, Puerto de Naos

4 von 5 Punkten

Nur ein paar Schritte von der Strandpromenade in Puerto Naos entfernt liegt in einer Seitenstraße das Orinoco. Anders als im vorher beschriebenen “El Sombrero” ist man hier zwar auf Touristen eingestellt – wie ginge das auch anders in Puerto Naos! –, aber richtet sich nicht besonders nach ihnen. An diesem Ort kommen sie ja sowieso. Aber es kommen auch und vor allem die Palmeros.

Das Lokal ist, wie auf La Palma typisch, eher unbekümmert schlicht eingerichtet. Nicht ausgefeiltes Design, sondern gelebte Atmosphäre prägt den Raum.

Auf der Karte sind zahlreiche Fisch- und Fleischgerichte zu finden. Es gibt, das ist wohl der Lage geschuldet, die Karte auch auf Deutsch, Englisch, und, wenn ich mich recht entsinne, Niederländisch. Trotzdem gibt es unter den Fischen manches, was man auch in der eigenen Sprache nicht kennt. Und beim Fleisch findet man auch Kaninchen, in dieser Gegend nicht so selten, und, schon weniger üblich, Jungziege.

Das Fleisch von der Jungziege lockte mich dann auch am meisten. Und zu Recht, denn es war ausgesprochen zart und schmackhaft. Ein hoher Genuß! Beilagen nach Wahl, ich entschied mich für “papa y mojo”, Kartoffeln mit roter Soße, nichts ungewöhnliches, aber auch sehr gut. Ebenso der eingelegte Tintenfisch, den ich vorweg bekam. Der dazu servierte Rotwein war ein einfacher, aber zu diesem Essen sehr gut passender Tischwein.

Meine Mitesser waren nach eigenen Äußerungen ebenso zufrieden.

An diesem Abend bekamen wir auch gleich die Livemusik mit, die hier regelmäßig stattfindet. Wir fragten uns, wo denn eigentlich in diesem schon gut besetzten Lokal noch eine Bühne Platz finden sollte, aber das Problem existierte nicht: Als die Musiker kamen, bauten sie einfach ihre paar Geräte, ein Keyboard und ein paar Mikrofone, dazu etwas Elektrik und zwei Lautsprecherboxen auf Ständern, am Saalende neben unserem Tisch auf, vor dem Getränkekühlregal.

Währenddessen war das Lokal sehr voll geworden. Touristen waren nicht allzuviele da, vielleicht ein Fünftel oder weniger; die meisten waren Palmeras und Palmeros, zum guten Teil in Familienverbänden. Es war Leben in der Bude, ein Kommen und Gehen und Wiederkommen, man unterhielt sich, strömte durch den Raum, traf Bekannte, schwatzte mal hier, mal da, lachte, aß und trank.

Irgendwann begann die Musik: Drei Männer im Alter zwischen Ende vierzig und siebzig sangen und spielten auf Keyboard und Gitarre einen Querschnitt durch internationale und spanischsprachige Unterhaltungsmusik. Sehr entspannt, mit viel Spaß auf und vor der “Bühne”. Dabei gab es durchaus schon mal eine Elvis-Darbietung, der etwas Schwung fehlte, oder manch ungewohnte Interpretation von bekanntem, aber insgesamt war es ein schöner Spaß. Am besten gefielen mir die spanischsprachigen Schnulzen, die mit großer Inbrunst gesungen wurden.

Dabei nahmen sich die Musiker nicht allzu ernst. Es war atmosphärisch wie unter Freunden, man singt, auch zusammen, lacht und freut sich. Und wenn jemand etwas aus dem Kühlregal brauchte, wurde das eben durchgereicht, auch während des laufenden Stücks.

Casa Blanca

Dienstag, Januar 22nd, 2008

Tajuya 214, 38750 El Paso

3 von 5 Punkten

Die letzte Urlaubsreise ging, mal wieder, nach La Palma, weil meinem geliebten Weibe und mir schon wieder nichts besseres einfiel. Aber das ist auch schwer, denn La Palma ist schon ganz schön toll und gefällt uns immer wieder sehr.

Wie beim letzten Mal haben wir wieder über La-Palma-Fee gebucht (siehe angegebene Website), nur diesmal erstmalig ohne Zuhilfenahme eines Reisebüros. Das ist etwas billiger und klappt auch gut, wenn man weiß, was man will.

Zu unserem Wunschtermin gab es kein Haus nach unseren Wünschen für die ganze Zeit, deshalb bekamen wir für die erste Woche Casa Nova (darüber in einem separaten Artikel) und für die zweite Casa Blanca. Wir mußten also mittendrin umziehen, aber das war kein Problem, denn beide Häuser liegen auf dem selben Grundstück.

Dieses ist auf der sonnigen Westseite des südlichen Teils von La Palma, sehr verkehrsgünstig gelegen, fast direkt an den Straßen nach El Paso, Los Llanos und Fuencaliente (Los Canarios). Leider bedeutet das auch Straßengeräusch, aber das hört man so richtig eigentlich nur auf der Dachterrasse.

Die bietet allerdings einen spektakulären Ausblick in alle Richtungen, über das Aridanetal auf das Meer und zu den Bergen, vom Mirador El Time über den Bejenado und die Cumbre Nueva bis über die Cumbre Vieja. Das ist wirklich fantastisch. Zusätzlich zur Dachterrasse gibt es noch eine kleine hinter dem Haus, gut zum Frühstücken, denn dort hat man vormittags Sonne, und eine vorn, mit einer ausfahrbaren Markise.

Das Haus selbst ist wunderschön. Der Bau selbst ist recht originell, mit Wohnraum und Koch- und Eßbereich auf verschiedenen Ebenen, und dazu ausgesprochen geschmackvoll eingerichtet. Uns besonders wichtig: Die Küche ist gut ausgestattet und bietet Platz zum Arbeiten. Selbst das Badezimmer mit den blau-rot-grünen Fliesen ist schön. Leider ist die Dusche, über einer kleinen Badewanne angebracht, nicht sehr praktisch, aber es ist ja nicht für immer.

Das Haus hat zwei Schlafzimmer mit Doppelbetten, so daß man hier mit vier Erwachsenen wohnen kann. Die müssen allerdings gut miteinander auskommen, denn für vier Personen ist Casa Blanca dann doch relativ klein.

Casa Blanca hat uns bisher von allen Häusern auf La Palma am besten gefallen. Es kann gut sein, daß wir hier wieder herkommen, vielleicht auch mit Freunden auf Casa Nova und Casa Blanca verteilt, dann hat man mehr Platz und, wenn man will, seine Ruhe voreinander.

Casa Nova

Dienstag, Januar 15th, 2008

Tajuya, 38750 El Paso

4 von 5 Punkten

Den letzten Urlaub auf La Palma verbrachten die beste Ehefrau von allen und ich in zwei Häusern, teils in Casa Blanca (siehe dort) und teils in Casa Nova, die auf dem selben Grundstück im sonnigen Westen von La Palma liegen.

Casa Nova hat einen Raum mit Koch- und Wohnbereich, ein Schlafzimmer mit Doppelbett, und ein Badezimmer mit einer recht ordentlichen Dusche. Das Haus ist nicht groß, aber für zwei Personen vollkommen ausreichend. Die Küche ist recht gut ausgestattet.

Casa Nova liegt weiter hinten auf dem Grundstück und etwas tiefer im Garten, so daß die Straße gar nicht mehr zu hören ist. Dadurch ist allerdings auch die Aussicht weniger frei. Man hat Aussicht nach Süden und Osten auf die Cumbre Vieja und eine etwas eingeschränkte Aussicht zum Meer.

Ähnlich wie Casa Blanca ist auch Casa Nova sehr schön eingerichtet, geschmackvoll und mit lebendigen Farben. Ähnlich ist auch die üppige Ausstattung mit Terrassen – eine vorn, eine hinten mit Eßtisch und einem großen steinernen Grill, und eine Dachterrasse, gleich neben dem Swimmingpool. Der war uns allerdings im November zu kalt. Wir lagen lieber auf der Dachterrasse in der Sonne.

Casa Nova hat uns sehr gut gefallen. Es kann gut sein, daß wir hier wieder herkommen, mit Freunden auf Casa Nova und Casa Blanca verteilt, dann hat man genug Platz und, wenn man will, seine Ruhe voreinander.

El Sombrero

Dienstag, Januar 15th, 2008

Tajuya 1, 38750 El Paso

4 von 5 Punkten

Da wir auf unserem letzten Urlaub auf La Palma ganz in der Nähe wohnten, probierten wir endlich mal das Restaurant El Sombrero aus, das uns wegen seiner prominenten Lage und wegen des “Radeberger”-Bierschilds(!) schon seit Jahren aufgefallen war.

Als wir es betraten, merkten wir sofort: Hier ist man auf Touristen eingestellt. Anders als bei den rein palmerischen Lokalen, die sich oft durch eine lässige Schlichtheit auszeichnen, wird hier auf Gestaltung und eine leicht gehobene Atmosphäre Wert gelegt. Die Tische sind mit Tischdecken, Gläsern und Besteck eingedeckt, alles wirkt sorgfältig gepflegt.

Obwohl die Betreiber Doris und Heinz Birkemeier aus Österreich kommen, ist der Koch ein Palmero und damit die Speisekarte vor allem an der regionalen Küche orientiert, was uns gut gefiel. Neben der ständigen Karte gibt es ein spezielles Gericht des Wochentags.

Es gibt zum Beispiel eine kanarische Schweinshaxe, ohne Haut und Fett in Weißwein mariniert und im Ofen gebraten (sehr gut!), die klassische Paella mit Hähnchen, Kaninchen und Meeresfrüchten inklusive Gambas, oder eine marinierte und bei niedriger Temperatur gebratene Lammkeule, ebenfalls ganz ausgezeichnet.

Die Fleischportionen sind nicht sehr groß; man bekommt nicht eine ganze Schweinshaxe oder Lammkeule, sondern nur Scheiben davon. Die Portionen sind eher auf drei Gänge eingestellt. Das macht aber auch nichts, denn die Vor- und Nachspeisen sind auch sehr schmackhaft.

Etwas langweilig fanden wir beim zweiten Besuch die Beilagen – durchaus wohlschmeckendes in Butter gedünstetes Gemüse und ein eher passables Kartoffelgratin –, denn sie wiederholen sich bei den meisten Fleischgerichten. Man kann aber auch Papas agurradas bestellen, die runzlig gekochten kanarischen Kartoffeln.

Die Hauptgerichte liegen um 10 €, Vor- und Nachspeisen entsprechend darunter. Der (palmerische, wenn ich mich recht entsinne) Wein ist günstig und als Tischwein ordentlich.

Die Kellnerin war sehr charmant, wenn auch etwas unorganisiert, und sie verstand Deutsch nicht ganz so gut, wie sie es selbst sprach. Das tat dem Vergnügen aber keinen Abbruch.

Das El Sombero ist ein Lokal auch für Familien, Kinder sind sehr gern gesehen. Sie können, um sich die gerade für Kinder oft so lange Wartezeit zu vertreiben, Stifte und Blätter zum Malen bekommen, auf denen ein kleiner liegender Mann mit, natürlich, einem Sombrero als Startpunkt vorgezeichnet ist. Die Zeichnungen werden in Ordnern gesammelt, die man durchblättern kann (sie stehen im hinteren Raum rechts auf der Kommode), und eine Auswahl ist an den Wänden aufgehängt. Das ist sehr schön und gibt dem Lokal eine besondere Atmosphäre.

Beim nächsten Besuch auf La Palma kommen wir bestimmt wieder her. Jeden Tag muß es aber auch nicht sein.

Dal Ristorante Gargano

Dienstag, Januar 15th, 2008

Steglitzer Damm 29, 12169 Berlin

3 von 5 Punkten

Dieses Lokal, und ich meine damit die Räumlichkeiten, scheint unter einem etwas ungünstigen Stern zu stehen; eigentlich ist es für diese Gegend zu groß. Der American Diner, der drin war, als wir hier herzogen, gab Ende 2003 auf. Das sehr ambitionierte italienische Restaurant, das ihm folgte, spielte seine (offensichtlich hohen) Kosten nicht ein. Das nächste italienische war in Qualität und Service schwach, das darauf folgende hatte etwas Schwierigkeiten im Umgang mit den Gästen.

Jetzt also der vierte italienische Versuch unter dem Namen Gargano. Da wir uns hier ein gutes und beständiges Lokal wünschen, sind wir entsprechend neugierig, als wir es zum ersten Mal probieren.

Die Einrichtung ist im wesentlichen von den Vorgängern übernommen. Sie ist mit durchaus etwas, wenn auch nicht übertriebenem Mediterrano-Kitsch eigentlich ganz gemütlich: Die Wände mit rohem Ziegelstein verblendet, aufgestellte Weinflaschen und niedrige Trennwände mit Blumenkästen prägen das Bild. Die warmen Farbtöne sorgen für eine heimelige Atmosphäre.

Als erstes bekomme ich ein Glas Rotwein, 0,2 l Montepulciano für € 2,90 und für diesen günstigen Preis ausgesprochen ordentlich. Auch eine kleine Cola Light mit € 1,40 ist nicht teuer; eine große Flasche Wasser für € 3,70 noch erträglich.

Der Insalata Gargano (€ 5,90) ist eine Überraschung: Rucola und Tomaten, darauf gebratene Champignons mit winzigen knusprigen Speckstreifchen, ganz köstlich! Meine Antipasto di Verdura (€ 4,90) ist allerdings auch sehr gut, mit Kapernbeeren, Rucola mit Parmesan, gegrillten Paprika-, Zucchini- und Auberginenstreifen, eingelegten Zwiebeln…

Die Hauptgerichte halten dieses Niveau leider nicht ganz. Die Pizza Marinara (€ 5,90) und die Pasta Mista (€ 6,90) sind gut, aber nicht aufregend. Das wäre für diesen Preis vielleicht auch zuviel verlangt. Fleischgerichte kosten bis ca. 16 €.

Der Kellner ist etwas distanziert, aber ausgesprochen aufmerksam. Er nimmt meine Bemerkung, das Hauptgericht sei leider etwas kühl gewesen, wenn auch nicht so, daß ich es so nicht essen mochte, ohne Murren entgegen und will sie dem Koch weitergeben.

Insgesamt wirkt das Lokal noch etwas neu und nicht ganz eingespielt, aber es scheint noch Potential zu haben. (Daher die vier Punkte, eigentlich wären es bisher dreieinhalb.) Nach einem Monat ist es immer noch ordentlich besucht, besser als die beiden direkten Vorgänger immerhin. Es scheint, als kämen die zunächst mal aus Neugier gekommenen Gäste wieder – wir werden das jedenfalls.

Nun hoffen wir, daß das Gargano sich hier hält, und freuen uns darauf, im Sommer wieder auf der schönen Terrasse sitzen zu können.

Edo Sushi

Samstag, Januar 12th, 2008

Rheinstraße 32, 12161 Berlin

4 von 5 Punkten

Während eines erfolgreichen, aber anstrengenden Einkaufsfeldzugs brauchte ich nach einem Besuch bei Vinh Loi dringend eine Pause und eine Stärkung. Die Gelegenheit fand ich angenehmerweise gleich gegenüber bei Edo Sushi.

Mir gefiel schon von außen, daß dieses kleine Restaurant einen sehr offenen und übersichtlichen Eindruck macht. Die Gestaltung ist klar und unaufdringlich. Am Ende einer Reihe von Zweiertischen, wo einer ein Dreier ist, fand ich auch mit meinen Taschen und Beuteln einen guten Platz.

Voll war es ohnehin nicht am Samstagnachmittag, aber zu meiner Freude Happy Hour! Die geht Montag bis Samstag von 12 bis 16 Uhr, und es gibt dann zwei Teile Sushi zum Preis von einem. Die Preise liegen – nur als Beispiel – bei den meisten Nigiri bei 2 € und 2,50 €, bei den Nori-Maki mit Ausnahme von Aal (5 €) zwischen 2,50 € und 3,50 € für sechs Stück.

Ich bestellte vier Nigiri (Lachs, Thunfisch, Makrele, Tintenfisch) und bekam entsprechend von jedem zwei. Sie schmeckten mir ausgezeichnet, frisch und aromatisch. Sojasoße, Wasabi und Gari (Ingwer) gab es ganz selbstverständlich dazu.

Die Bedienung, anscheinend gleichzeitig der Koch, brauchte wegen der anderen Gäste etwas länger, entschuldigte sich dann aber zu meiner Überraschung mit zwei weiteren Lachs-Nigiri. Insgesamt fühlte ich mich ausgesprochen freundlich und gut bedient. Zusammen mit einer Kanne grünem Tee bezahlte ich 11 €.

Das war sehr gut! Da das Edo Sushi außerdem noch im Bereich meiner üblichen Routen liegt, werde ich mit Sicherheit wieder herkommen.