Archive for März, 2008

Mövenpick Hotel Braunschweig

Sonntag, März 30th, 2008

Jöddenstr. 3, 38100 Braunschweig

4 von 5 Punkten

Der Geburtstag eines Freundes trieb die beste Ehefrau von allen und mich Anfang des Jahres nach Braunschweig. Da wir dem Alter der Matratzenlager entwachsen sind und insbesondere keine Lust hatten, uns um ein Bad oder eine Toilette mit zwanzig anderen zu drängeln, suchten wir ein Hotel in der Nähe. Einem anderen, ähnlich nah gelegen, zogen wir das Mövenpick vor, weil die Checkout-Zeit auf der Webseite angegeben war (12 Uhr).

Damit taten wir einen guten Griff! Das Zimmer war gut ausgestattet und absolut in Ordnung, eben so das Bad. Komisch, daß es in einem Doppelzimmer nur eine Bettdecke gab, aber eine zweite wurde auf Anfrage unverzüglich gebracht. Wir haben gut geschlafen, und nur, weil wir so spät zurückgekommen waren, leider etwas kurz. Der Service war untadelig und sehr freundlich.

Sehr gut ist übrigens auch die Lage, sehr zentral im Stadtkern.

Das Frühstücksbuffet war mit 16 € pro Person preislich im Rahmen, hatte eine sehr große Auswahl, und schmeckte ausgezeichnet. Und – das vielleicht auch noch ein Grund für die Auswahl dieses Hauses – es gab das Mövenpick-Bircher-Müsli, das ich so schätze. Auf die interessante Weinauswahl auf der Karte mochten wir um die Tageszeit allerdings noch nicht eingehen. :–)

Mit einem Preis von 99 € für das Doppelzimmer ohne Frühstück war das sehr gut. Gerne wieder, wenn wir wieder mal eine Übernachtung in Braunschweig brauchen.

Birgit Reuter mobiles Haardesign

Sonntag, März 30th, 2008

Berlin

4 von 5 Punkten

Die Friseurmeisterin Birgit Reuter kommt zu ihren Kunden, vor allem zum mobilen Haarschnitt in der Arbeitspause. Sie bietet außerdem Haut- und Haarpflegeprodukte an, kommt zu “Haarschneidepartys” für Freundeskreise und Familien ins Haus, und natürlich auch für Brautfrisuren.

Ich lernte sie kennen, als ich vor ein mehreren Jahren eine neue Arbeit antrat. Ich fand in der neuen Firma ein paar überraschende Dinge vor – eins davon das Haareschneiden. Das fand ich erst ganz eigenartig. Irgendwann ließ ich mich mal selbst darauf ein und war begeistert.

Birgit kommt im Laufe des Vormittags in die Firma und macht erst einmal die Runde durch die Büros. Sie begrüßt alle und fragt nach Bedarf für Haarschnitt. Von ihren Stammkunden weiß sie natürlich, wann sie das letzte Mal bei ihr waren. Denen sagt sie auch schon mal “Du wärst aber mal wieder dran!” Das ist gerade für haarschnittmuffelige Männer gar nicht so schlecht.

Wenn sie ihre Liste zusammen hat, richtet sie sich ein (es gab dort ein kleines Bad mit Waschbecken und Dusche) und ruft den ersten Kunden an, er könne nun kommen. Kurz bevor sie mit ihm fertig ist, ruft sie den nächsten an, daß er sich auf den Weg machen kann.

Natürlich sind die Möglichkeiten ihres mobilen “Salons” begrenzt, und daran liegt es wohl, daß unter ihren Kunden weniger Frauen sind und mehr Männer. Die aber freuen sich, daß sie nicht nur einen guten Haarschnitt bekommen, sondern dafür auch nur minimal Zeit aufwenden müssen – keine Terminvereinbarung, keine Anreise zum Friseur, keine Wartezeit.

Eigentlich hatte ich seit der Kindheit ein von Mißtrauen geprägtes Verhältnis zum Haareschneiden. Bei Birgit Reuter habe ich mich zum ersten Mal darauf gefreut.

Nachtrag: 13 oder 14 € war der Standardpreis für die Herrenschnitte. Besonders billig ist das nicht. Da die Zeitersparnis aber groß ist und man so weniger dazu neigt, den nächsten Friseurbesuch lange hinauszuschieben, lohnt es sich aber durchaus.

In meinem Fall war das sogar vergleichsweise teuer für eine nicht gerade anspruchsvolle Frisur – Maschine auf 4 mm eingestelllt, einmal drüber, nachputzen, fertig. Aber weil sie dann so schnell fertig war, verpaßte sie mir immer noch eine Kopfmassage mit einem erstaunlich wohlriechenden Haarwasser. Das war so entspannend, daß ich einmal fast eingeschlafen bin.

Tipasa

Sonntag, März 30th, 2008

Schlumacherstr. 12 -14, 23552 Lübeck

3 von 5 Punkten

Im Januar 2007 schrieb ich:

“Eigentlich ist meine Bewertung vollkommen ungültig, denn ich war seit über 20 Jahren nicht im Tipasa. Damals sind wir Schüler aus Bargteheide und Umgebung in größeren Gruppen mit zusammengeliehenen Autos hingefahren, um dann nach recht langem Warten einen Tisch zu bekommen, so gerne mochten wir es hier.

Die abwechslungsreiche Küche rund um das Mittelmeer war für unsere schmalen Beutel leider weniger interessant als die ausgesprochen köstlichen Fladenbrote aus dem holzbeheizten Steinofen. Zwei solche Brote, mir am liebsten die Kräuterbrote, die vor lauter Aroma schon fast süß waren, mit zwei Schälchen Knoblauchsoße reichten aus, um von sehr wenig Geld sehr viel satt zu werden.

Als ich irgendwann mit meiner Familie mein soeben erworbenes Abitur feierte, war es wohl das einzige Mal, daß ich etwas freier auswählen konnte, denn meine Eltern bezahlten. Ich weiß noch, ich hatte irgendein arabisches Gericht mit scharf gegrilltem, sehr intensiv aromatischem Fleisch. Köstlich!”

Inzwischen hatte ich die Gelegenheit, mal wieder ins Tipasa zu kommen. Zweimal sei es inzwischen ausgebrannt und wiederhergestelllt worden, hörte ich. An der Wand hängen Erinnerungsstücke der Brände: Ein ziemlich verschrumpelter Wandfernsprecher (siehe Bild) und eine Besteckschublade, mit ganz vielen schwarz angelaufenen Messern, Gabeln und Löffeln verschmolzen. Sonsten sieht es immer noch – wieder, eigentlich – ungefähr so aus, wie ich es von früher her in Erinnerung habe.

Es gibt immer noch die Fladenbrote und die Knoblauchsoße für wenig Geld. Mir ist aber nach handfesterem, so nehme ich das Schweinesteak “Madagaskar”, mit Gorgonzola gefüllt in Cognac-Rahmsoße mit Bratkartoffeln, Salatbeilage. Das begeistert mich nicht: Recht salzig ist die Füllung, die Soße ist okay, das Fleisch ist gut, der Salat ist unoriginell, aber in Ordnung, die Bratkartoffeln schmecken alt. Nicht sehr penetrant, aber störend.

Das war hoffentlich ein Ausreißer. Beim nächsten Mal, wenn denn mal wieder die Gelegenheit kommt, werde ich sicher mal wieder ein Kräuterbrot mit Knoblauchsoße probieren. Das schmeckt mir hoffentlich besser. Einen Punkt muß ich abziehen gegenüber meiner vorigen Bewertung, und die verbliebenen drei sind eigentlich auch eher die Hoffnung, daß ich nur etwas Pech hatte mit meinem Essen.

St. Pauli Lodge Bed & Breakfast

Sonntag, März 30th, 2008

Thadenstr. 94, 22767 Hamburg

2 von 5 Punkten

Bei einem Besuch in Hamburg wollte ich einmal tatsächlich in der Stadt selbst übernachten statt außerhalb. Ich bekam das Thaden 88 empfohlen, landete aber durch Zufall in der St. Pauli Lodge, dem anderen Haus derselben Betreiber.

Ich bat um ein Zimmer mit eigener Dusche und Toilette und bekam die Nummer 13, das Zimmer auf dem Hof, zu sehen auf den Fotos von Serviervorschlag. Die Frau an der “Rezeption”, die auf einem etwas verwinkelten Weg im Keller zu finden ist, war sympathisch und ausgesprochen freundlich.

Das Zimmer ist etwas spartanisch, aber ausreichend und geschmackvoll eingerichtet. Das Bad ist recht neu und eigentlich ganz hübsch, nur daß es so düster sein muß, wo es doch schon kein Fenster hat, leuchtet mir nicht ganz ein. Leider ist es sehr fußkalt, und eine Fußmatte oder ähnliches gab es nicht.

Obwohl nicht immer jemand da ist – auch andere Gäste habe ich nicht gesehen – kommt man mittels eines Zahlencodes zu jeder Zeit ins Haus. Das war praktisch, denn ich kam erst spät in der Nacht zurück. Aus der Küche konnte ich mir noch eine Flasche Wasser besorgen (andere Getränke gab es auch), zu einem Preis weit unter dem von Hotelbars oder -Minibars.

Ich habe recht gut geschlafen, also war das Bett wohl ganz in Ordnung. Das Zimmer gefiel mir im ganzen recht ordentlich.

Trotzdem fand ich die Übernachtung mit 48 € nicht übermäßig günstig, wenn auch noch angemessen im Preis. Dasselbe Zimmer hätte allerdings, als Doppelzimmer genutzt, 78 € gekostet. Angesichts dessen, was man woanders – wenn auch vielleicht nicht in Hamburg, zugegeben – in guter Lage für 99 € in einem richtigen Hotel bekommt, scheint mir das deutlich zu teuer.

LayBack Bar & Lounge

Freitag, März 28th, 2008

Lange Reihe 113, 20099 Hamburg

4 von 5 Punkten

Unversehens geriet ich in ein Hamburger Treffen im LayBack. Schön, auch mal ein paar der Hamburger kennenzulernen!

Stilvolle Einrichtung, stimmungsvolle Beleuchtung, eine überraschend interessante Musikauswahl und ein aufmerksamer, sehr freundlicher Service schaffen eine sehr angenehme Atmosphäre. Die Qualität der Cocktails war nicht in allen Fällen unübertroffen, aber doch ausgesprochen gut.

Im hinteren Teil gibt es einen nicht allzu kleinen Raucherbereich. Auf den hätte ich verzichten können, dann rauche ich nur wieder mehr als ich eigentlich will.

Cox

Freitag, März 28th, 2008

Greifswalder Str. 43, 20099 Hamburg

5 von 5 Punkten

Das Cox: ein hervorragender Tip von hotzenplotz! Wir saßen auf der Lange-Reihe-Seite, die ich, wie andere auch, noch etwas schöner finde als die an der Greifswalder Straße. Wunderbar, diese Lederbänke; verzierte eiserne Säulen und ungemein geschmackvoll ausgesuchte Details geben dem Raum eine großartige Atmosphäre.

Vielleicht kann man die Qualität des Service nicht repräsentativ beurteilen, wenn man mit einem guten Bekannten des Wirts ankommt, zugegeben. Tadellos war er jedenfalls, und es wurde deutlich, daß die Leute hier es einfach können.

Die Vorspeise war ein Tatar vom Schwertfisch, für, wenn ich mich recht entsinne (auf der Karte finde ich es jetzt nicht mehr), etwas unter oder bei € 10. Durch fleißiges Sushi-Essen ist roher Fisch für mich kein ganz neues Erlebnis mehr, aber dieser hier war schon ungewöhnlich köstlich.

Als Hauptgericht nahm ich wegen der ungewöhnlichen Kombination die Maispoularden-Ballotine (eine ausgelöste gefüllte Keule) mit Blutwurst gefüllt auf Zuckerschoten mit Rhabarber, Rosmarin-Kartoffeln für € 16,50. Da war ich doch neugierig, was sie daraus machen! Das Ergebnis war wunderbar, das feine Hühnerfleisch wurde von der deftigen Blutwurst gut ergänzt und nicht erdrückt. Die Beilagen paßten sehr harmonisch dazu.

Die Rohmilchkäseauswahl (€ 9,50) war naturgemäß nicht total überraschend, aber sehr gut, und schön ergänzt von Früchtebrot, Feigensenf und Weintrauben.

Herr hotzenplotz wollte keinen Weißwein, also einigten wir uns auf einen Spätburgunder, der mir sehr gut schmeckte. Mit € 32 dafür nicht teuer. Zur Fischvorspeise wollte ich aber doch einen Weißwein. Man empfahl einen portugiesischen Weißen (€ 7,50 für 0,2 l), dessen Namen ich leider vergessen habe, ganz hervorragend! Sehr frisch, mit noch einem Hauch Kohlensäure, leicht und unbeschwert, dabei sehr aromatisch mit Aprikosen(?)- und Zitrusnoten. Erinnerte mich an einen wirklich guten Moselriesling, zu meinem Erstaunen.

Hier paßte für mich alles zusammen – sehr guter Service, tolle Atmosphäre, exzellentes Essen und köstlicher Wein. Das alles zu Preisen, die, besonders beim Wein, für das gebotene absolut angemessen sind.

Taverna Kos

Donnerstag, März 13th, 2008

Belziger Str. 68, 10823 Berlin

3 von 5 Punkten

Griechisch essen kann ja sehr verschieden sein. Hier hat es sehr gut geschmeckt und war sehr nett beim 10. Stadttreffen.

Am Anfang ist mir die Taverna Kos eher negativ aufgefallen: Der Gang zur Toilette (die an sich in Ordnung war) ging über eine steile Wendeltreppe nach unten durch vernachlässigt wirkende und etwas muffige Gefilde, zudem vorher durch ein stark verrauchtes Gebiet, das vom Rest des Lokals nicht abgetrennt war. “Da müssen sie sich mit dem Essen aber sehr anstrengen, um das auszugleichen”, dachte ich mir.

Später hatte ich diese negativen Eindrücke erstmal vollkommen vergessen, also hat die Anstrengung wohl gereicht: Der Vorspeisenteller mit Gyros (ca. 11 €) gefiel mir sehr gut, schöne Auswahl und intensiver Geschmack. Nichts für Leute die keinen Knoblauch mögen allerdings – zum Teil war es scharf von Knoblauch. Mir gefiel das!

Auch gefiel mir, daß der nahezu obligatorische Ouzo nicht nachher spendiert wurde, sondern vorher, als Aperitiv. Kannte ich so noch nicht, war aber überraschend gut.

Und seit langem mal wieder traute ich mich, einen Retsina zu trinken. Das war eigentlich nur ein Versuch, aber der gefiel mir so gut, leicht und aromatisch und ganz unpenetrant, daß ich noch ein Glas nahm (0,2 l für 3,30 €).

Der Service war freundlich, sympathisch und ausgesprochen zügig, sehr angenehm!

Tja, das was wirklich wichtig ist, war hier auch wirklich gut. Das mit dem Rauch nicht, das gibt einen Punkt Abzug. Schade, denn davon abgesehen gefiel es mir ausgesprochen gut.

McDonald’s

Montag, März 3rd, 2008

Große Straße 1, 24937 Flensburg

3 von 5 Punkten

Als wir in den 70er Jahren in Flensburg zur Schule gingen, war für uns Kinder vom Land die Stadt schon ziemlich toll. Kaufhäuser, Kinos (mehrere!), eine Fußgängerzone, Eisdielen, alles, was für uns urbanes Leben war (auch ohne daß wir den Ausdruck kannten), gab es hier. Trotzdem war uns natürlich klar, daß auch Flensburg nicht der Nabel der Welt war. Wir waren, so das Gefühl, sehr am Rand Deutschlands und der Welt.

Ein ganz, ganz kleines bißchen änderte sich das 1977 oder 1978, ich weiß es nicht mehr genauer, als McDonald’s in die Stadt kam. Eine amerikanische Firma! Hamburger, echt amerikanische! Nun gut, Pommes Frites waren nichts neues, aber der Big Mac und der Viertelpfünder! Wir waren fasziniert und ein klein wenig stolz, jetzt etwas mehr zur “Welt” zu gehören.

Natürlich gab es auch Spott und verächtliche Äußerungen. Wer braucht das schon! Ungesund ist das Zeug! Ziehen den Kindern das Geld aus der Tasche!

Ja, das taten sie, und mit Erfolg. Wir fanden’s toll und irgendwie… wie sagten wir damals? “Cool” war es wohl noch nicht, “lässig” auch schon seit Jahrzehnten nicht mehr… ich erinnere mich nicht. Jedenfalls kamen wir gerade mal Jugendlichen uns schon ganz schön groß vor, dort Burger, Pommes und Cola zu kaufen und zu verzehren. Es war für uns ja, neben der Eisdiele, auch die erste Gaststätte, in die wir als fast noch Kinder uns allein reintrauten.

Von all dem schwingt heute immer noch etwas mit, wenn ich ein Lokal dieser Kette sehe. Aber die Burger schmecken nicht mehr so wie damals. Ihnen fehlt die Faszination.