Archive for April, 2008

Phat

Donnerstag, April 24th, 2008

Tegeler Weg 2, 10589 Berlin

3 von 5 Punkten

Phat ist ein kleines Restaurant und Essen-Lieferservice mit thailändischem und japanischem Essen. Etwas eigenartig, Sushi neben den typischen Thai-Gerichten zu sehen.

Manches ist hier ganz hervorragend, zum Beispiel Glasnudeln mit Huhn und Gemüse oder gebratener Reis mit Ente, Chili und Knoblauch, scharf und köstlich! Das Sushi habe ich nie probiert.

Phat ist lange Zeit der einzige Lieferservice gewesen, bei dem unser Büro zum Mittag bestellt hat. Das lag an zuverlässiger Lieferung und an der guten Qualität. Die scheint in letzter Zeit ein bißchen wacklig geworden zu sein. Aber das wird hoffentlich wieder besser. Dann gibt’s auch vier Sternchen.

Hilton Shanghai Hotel

Samstag, April 19th, 2008

Hua Shan Road 250, 200040 Shanghai

3 von 5 Punkten

(Nach einem Aufenthalt Ende 2003)

Dieses Haus ist in meinen Augen ein hervorragendes Beispiel für eine große perfekt laufende Hotelmaschine. Mit amerikanischer Präzision und Effizienz funktioniert hier einfach alles. Damit ist geradezu ein Klischee erfüllt.

Das ist tatsächlich ein bißchen seelenlos. Anders als im von mir sehr geschätzten Portman Ritz-Carlton treten hier die Menschen hinter das Gesamtimage des Hauses zurück. Warm wird man damit nicht unbedingt.

Andererseits ist alles durchaus in Ordnung, und unzufrieden, wie es bis hierher klang, war ich ja wiederum gar nicht.

Die Zimmer (ich hatte mehrere, weil ich unplanmäßig verlängern mußte) waren tadellos, und wenn man über dem 20. Stock angesiedelt ist, hat man eine sehr gute Aussicht, denn das Haus liegt recht zentral. Die Zimmer sind komplett ausgestattet, und schon Ende 2003 gab es selbstverständlich Internet-Anschluß.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zu essen, darunter mehrere Frühstücksmöglichkeiten; besonders habe ich es geschätzt, wenn mein Kollege und ich spät erst von der Arbeit zurückkamen, auch um Mitternacht in einer hinteren, etwas abseits gelegenen Ecke der Lobby noch warmes Essen zu bekommen, gutes chinesisches, aber auch anderes asiatisches und europäisch-amerikanisches Essen. Die Aussicht von der Bar im 39. Stock ist spektakulär.

Hübsch ist die Executive Lounge, die zum Angebot der Executive-Zimmer und -Suiten gehört: Abseits der übrigen Wege und relativ klein, aber nie überfüllt, bietet sie einen angenehm ruhigen und sehr überschaubaren Rahmen für Frühstück und sonstigen Aufenthalt. Auch ein- und auschecken kann man hier abseits des Lobby-Trubels.

Es ist dies schon eine amerikanisch effiziente Hotelmaschinerie. Aber das hat ja auch seine guten Seiten.

Rot und Weiß

Samstag, April 5th, 2008

Peschkestr. 1, 12161 Berlin

4 von 5 Punkten

Im November 2007 schrieb ich

“Kleiner, netter, sehr persönlicher Ableger von Autos und Weine; kompetentes Personal, auch die Studenten, die dort arbeiten, sind wirklich schnuckelig und haben in kurzer Zeit unglaubliche Kompetenz erworben. Viele durchaus bezahlbare Qualitäten. Man kann einfach hingehen und sagen “ich hätte gern einen Wein zum Kassler”, und es funktioniert. Hier arbeiten Leute, die ihre Weine auch durch die verschiedenen Jahrgänge kennen.

Ein kleiner Laden mit begrenzter Auswahl, aber wer nicht gerade ein Angebergesöff für 100 Euro sucht, geht hier zufrieden raus.

(Sagt Andreas. Ich kenne den Laden nicht selbst.)”

Inzwischen war ich selbst mal da und beeindruckt von der sehr kundigen Beratung bei französischen Weinen. Hier werde ich sicher öfter herkommen, zumal der Laden für mich sehr günstig nahe dem Walter-Schreiber-Platz liegt.

Vinos y Tapas – Spanische Weine

Samstag, April 5th, 2008

Rheinstraße 60, 12159 Berlin

4 von 5 Punkten

Seit mehreren Jahren komme ich immer wieder hierher, wenn ich spanische Weine suche. Das Angebot ist nicht riesig, aber anscheinend gut sortiert, und es gibt recht kundige Beratung. Hauptattraktion sind für mich immer wieder die sehr schönen Rotweine von Capçanes, aber es gibt auch viele andere hier, und das zu relativ günstigen Preisen.

Der Laden gehört zu “Vinos y Tapas”, deren wohl etwas größeres Stammgeschäft in der Drakestraße liegt, aber da komme ich nie vorbei. An diesem Laden in der Rheinstraße schätze ich die Nähe zur Friedenauer Weinhandlung und zu “Rot und Weiß” – deutsche und französische Weine, die ich hier nicht bekomme, gibt es dort.

Weinrestaurant Risachèr

Samstag, April 5th, 2008

Savignyplatz 11, (Eingang Kantstraße), 10623 Berlin

4 von 5 Punkten

Recht unversehens geriet ich in dieses Lokal, eigentlich nur, um auf dem Nachhauseweg noch ein Glas Weißwein zu trinken, vorzugsweise Chardonnay. Von der gegenüberliegenden Straßenseite sah es recht rustikal aus, “Weinstube”, “Restaurant”, “Flaschenverkauf” steht draußen dran.

Der Aushang versprach einen Chardonnay aus dem Burgund, ein Glas für 6 €. So ging ich denn hinein.

Drinnen sah ich, dass dies ein sehr angenehm traditionell eingerichtetes Restaurant ist. Ich konnte zwar durchaus am Tresen ein Glas Wein trinken und mich mit der sehr freundlichen und offensichtlich kundigen Kellnerin unterhalten, sah aber, dass ich eigentlich zum Essen hätte herkommen sollen.

Hier gibt es – so weit man das von der Speisekarte beurteilen kann – ordentliche, traditionelle französische Küche, mit Vorspeisen zwischen 6 und 12 €, Hauptgerichte vorwiegend zwischen 12 und 20 €; Tagesmenü € 29,50 und mit Weinbegleitung € 39,50.

Die Käseplatte, die ich zwischendurch sah, bestand nicht nur aus ein paar kleinen Stücken, sondern war voll.

Die Weinauswahl scheint groß und kundig zu sein, darunter, wie der mir sehr gut schmeckende Chardonnay, auch eine Reihe offener.

Hier muß ich mal wieder her!

Union Jack

Samstag, April 5th, 2008

Schlüterstr. 15, 10625 Berlin

4 von 5 Punkten

Der Union Jack ist, zumindest aus meiner Sicht, auch so ein West-Berliner Urgestein. Schon vor über zwanzig Jahren habe ich die gewaltige Auswahl von über 400 Whisk(e)y-Sorten bewundert. Nun war ich, buchstäblich nach Jahrzehnten, zufällig mal wieder hier.

Die Räume sind die einer traditionellen Kneipe, stilvoll dunkles Holz, zwei Bereiche mit Tischen und Stühlen, und einige Plätze am Tresen. Recht angenehm.

Es gibt irgendwie auch Essen; das hat mich in dem Moment nicht interessiert. Es roch aber gut von den Tischen her. Dazu ein paar Biere, von denen Guinness noch das gewöhnlichste ist, aber es gibt zum Beispiel auch Beamish Stout, von manchen deutlich höher geschätzt als Guinness, und John Smith’s Bitter.

Das wesentliche aber ist der Whisky. Am und hinter dem Tresen findet sich eine schier unglaubliche Anzahl verschiedener Flaschen, ausführlich in der Karte verzeichnet

Schön fand ich eine kleine Bibliothek von Zeitschriften und Büchern zum Thema, die dem weniger kundigen oder unentschlossenen Gast helfen kann. Das Buch “Malt Whisky” von Michael Jackson (nicht der bekannte Musiker) schien mir das aktuellste und informativste zu sein, dabei lesbar und unterhaltsam, mit ausführlichen Geschmacksbewertungen.

Natürlich liegt der Schwerpunkt des Angebots auf schottischen Single Malts. Wie sollte es anders sein! Aber auch irischer, amerikanischer und japanischer Whisk(e)y finden sich hier, auch zum Beispiel Racke Rauchzart aus deutscher Produktion. Allerdings ist der Falkner, der Whisky aus der DDR, inzwischen ausgetrunken. “Das wäre heute auch nicht mehr so witzig”, sagt die Chefin.

Diese ist, wenn sie das Interesse des Gastes am von ihr offensichtlich geliebten Stoff erkannt hat, sehr auskunftsfreudig, plaudert gerne, und berät den Gast, was ihm bei seinem Geschmack denn noch interessieren könnte.

So habe ich denn ein paar Variationen meiner Lieblingswhiskys probiert, einen 18-jährigen Talisker und vom Lagavulin ein paar “Fremdabfüllungen”, einen jungen fünfjährigen und einen cask strength mit 68 %. Sehr interessant!

Anzumerken ist noch, dass es häufig Veranstaltungen gibt, Live-Musik, Vorträge, aber hauptsächlich Verkostungen zu bestimmten Themen, letztere preislich relativ günstig (meistens 5×2 cl zu 22 €). Diese sind auf der Webseite angekündigt oder, noch aktueller, per Newsletter, den man dort abonnieren kann.

Hier muß ich noch mal her, und ich glaube, ich weiß schon mit wem…

Portman Ritz Carlton

Dienstag, April 1st, 2008

Nanjing Xi Lu 1376, 200040 Shanghai

4 von 5 Punkten

Anfang 2004 war ich beruflich zwei Wochen in Shanghai und bekam das Portman Ritz Carlton gebucht. Na ja, dachte ich, noch so ein Riesenschuppen von einer amerikanischen Hotelkette, nachdem ich bei einem vorigen Besuch im Hilton gewesen war. Aber es war anders.

Anders als ich es sonst von großen Hotels kannte, hat dieses wirklich Persönlichkeit. Wo andere einer gutgeölten hocheffizienten Maschine gleichen, ist dieses nicht so perfekt, aber es scheint zu leben. Farben, Formen und Einrichtung sind wirklich schön und strahlen noch etwas anderes aus als nur nicht nerven zu wollen – Charakter.

Die sich hier um den Gast kümmern sind nicht nur Liftboy, Rezeptionist oder Zimmerkellner, sondern auch Menschen. Was auch immer diesen Unterschied macht, ich weiß es nicht, aber es hat Wirkung. Sonst, habe ich den Eindruck, kann ein Hotel nicht viel mehr tun als seinen Gästen möglichst wenig auf den Wecker zu gehen, aber in diesem hier habe ich mich wirklich wohl gefühlt.

Natürlich hat das Portman all das, was ein Hotel dieser Kategorie haben muß, und natürlich ist es damit auch relativ teuer. Privat würde ich mir das nicht leisten können. Aber ich würde es gerne wollen.

Einziger Ausreißer: Als ich einen Abend in das – italienische, übrigens – Hotelrestaurant wollte, war gerade kein Platz frei, und ich wurde an die Bar gebeten. Da nahm ich schon mal ein Getränk. Als sich nach über einer Dreiviertelstunde immer noch nichts getan hatte, verlor ich die Lust und schickte mich an, zu gehen. Auf einmal wurde der Restaurantchef geradezu übermäßig aufmerksam und drängte mich zu bleiben, es sei sofort etwas frei. Als ich ablehnte, wirkte er geradezu gekränkt. Sein Fehler, sein Pech.

Aber dafür auch etwas schönes: In der Mitte des Stockwerks sind, räumlich großzügig angeordnet, die Türen von sechs Fahrstühlen. Die machen nicht einfach nur “Ding”, wenn der Fahrstuhl kommt, sondern schon eine Weile vorher ganz sanft “ding… ding… ding…” und so weiter. Weil nun auch noch eine vielleicht zehn Meter große kreisförmige Aussparung in der Decke zwischen jeweils zwei Stockwerken ist, kann man also zwölf Fahrstuhltüren hören, von denen eigentlich immer mindestens zwei einen nahenden Fahrstuhl ankündigen, oder auch mehr – es klingt, als redeten sie miteinander…