Archive for Februar, 2009

Neues Erscheinungsbild

Samstag, Februar 28th, 2009

1 von 5 Punkten

Ich mag’s nicht.

Nachtrag, etwas später:

“frischer, jünger und dynamischer” soll die neue Plattform sein. Der überwiegende Teil der aktiven Teilnehmer, die ich kenne, sowohl aus Berlin als auch aus Hamburg, ist aber nicht mehr im Alter von “frischer, jünger und dynamischer”, das ich vor allem in den Zwanzigern, vielleicht bis Anfang 30 einordnen würde, sondern eher über 40. Da kommt “frischer, jünger und dynamischer” als Hauptidee einfach nicht mehr so an.

Und vielleicht ist das ja nicht mehr das Publikum, das man haben will – was in die Zeit paßt, aber werbetaktisch vielleicht doch ein Schuß in den Ofen ist, denn das ist die zahlungskräftigere Klientel.

Noch’n Nachtrag (sorry, das fällt mir einfach nicht alles auf einmal ein):

Die ältere Klientel scheint mir tendentiell auch die mit den attraktiveren Beiträgen zu sein. Das hat teilweise literarische Qualität, teils stadtschreiberische, teils wahre Autorität, wenn man weiß, dahinter steht ein gestandener[1] Gastronom oder Koch oder Sommelier oder Journalist. Das ist ein anderes Niveau als “Pizza war geil”.

[1] Natürlich sind die jeweiligen beiderlei Geschlechts gemeint. Das bekam ich nur nicht untergebracht, ohne den Satz zu zerstören.

Cosima Bar

Sonntag, Februar 8th, 2009

Brünnhildestraße 8, 12159 Berlin

4 von 5 Punkten

Vom Bundesplatz kommend bogen die – wenn auch noch fast frühen – Nachtschwärmer hinter der S-Bahn um die Ecke zum Varziner Platz, in der Erwartung, an diesem noch etwas zu finden, wo man ein letztes Bier und vielleicht einen Absacker nehmen könnte. Und sie wurden nicht enttäuscht: Freundlich und warm leuchteten ihnen die Fenster der Cosima Bar entgegen.

Die Cosima Bar zeigte sich als atmosphärisch sehr angenehm und für den Anlaß vollkommen geeignet. Eine Auswahl Bier von Faß und Spirituosen gibt es, präsentiert von einer ungewöhnlich netten Bardame. Diese, eher schon von gestandenem Format als ein junges Hübschchen, bedauerte es sehr, noch die letzte Bahn nehmen zu müssen (ihr Auto hatte keine Winterreifen), beteuerte aber, bei besseren Straßenverhältnissen durchaus länger geöffnet zu haben. Den Nachtschwärmern war’s recht, denn so schwärmten sie früher nach Hause, als es sonst zu befürchten gewesen wäre.

Möglicherweise, ich bin mir nicht sicher, ist dies dasselbe Lokal, das früher mal unter vollkommen anderer Bewirtschaftung einem in der Nähe Wohnhaften wenn nicht Wohnzimmer, so doch “Hobbyraum” war. Bei der Cosima Bar könnte einem das jedenfalls auch passieren.

newthinking store

Sonntag, Februar 8th, 2009

Tucholskystr. 48, 10117 Berlin

4 von 5 Punkten

So ganz verstehe ich den newthinking store nicht. Nun, so richtig kenne ich ihn auch nicht – nur von den Treffen der Berliner OpenSolaris User Group. Die bestehen immer aus einem Vortrag und dem anschließenden Kneipen- bzw. Restaurantbesuch, und der Vortrag findet im newthinking store statt.

Der newthinking store versteht sich als Veranstaltungsort, oft selbst als Veranstalter, für Vorträge, Seminare und “Events”, aber auch als Dienstleister zu Themen rund um Open Source Software, also Software, die der Welt von den Entwicklern offen und kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Dies als Konzept mag manchem merkwürdig vorkommen, ist aber in der Branche gut etabliert. So entwickeln Universitäten, staatliche Einrichtungen und Firmen oft Software als Forschungsprojekt oder für den Eigenbedarf, die sie nicht verkaufen wollen, sondern frei abgeben, so daß sie anderen nützt und andere mit daran arbeiten, sie zu verbessern und weiterzuentwickeln. Diese Software ist oft von hoher Qualität und an sehr vielen Stellen im Einsatz.

Entsprechend hat sich darum herum ein Markt etabliert, der Schulungen und Beratungen zu Open Source Software anbietet oder Anpassungen solcher Software für den individuellen Bedarf von Kunden vornimmt. Sehr viel Geld wird hier nicht verdient, aber manche leben davon.

Zu diesem Markt gehört auch der newthinking store. Aber außerdem bieten er eben Interessierten die Möglichkeit, ihre Räume für eigene Veranstaltungen zu nutzen – wie zum Beispiel für die Treffen der genannten Berliner OpenSolaris User Group. Zumindest diese bekommt die Räume kostenlos zur Verfügung gestellt. Ob der newthinking store nun meint, etwas mit den schmalen Getränkeeinnahmen zu verdienen (es gibt verschiedene Getränke aus der Flasche, darunter Bionade, Becks, Astra, und ein Weizenbier), oder solchen Veranstaltungen aus reinem Idealismus Raum gibt, habe ich noch nicht verstanden.

Und auch nicht, warum anscheinend in letzter Zeit so oft Astra neben Becks zu sehen ist in Berlin. Um den hervorragenden einheimischen Erzeugnissen Kindl und Schultheiss Konkurrenz zu machen?