Am Kalkberg 1, 17213 Göhren-Lebbin
3 von 5 Punkten
Das Dorfhotel Fleesensee hat seinen Namen offensichtlich nicht davon, daß es im Dorf angesiedelt ist. Das ist es nicht, eher etwas außerhalb des Dorfs Göhren-Lebbin. Der Name kommt eher davon, daß die Apartments, die man hier mietet, auf Häuser verteilt sind, bis zu drei pro Haus, die dann wieder in “Dörfer” gruppiert sind – das “Fischerdorf”, das “Inseldorf”, das “Mühlendorf”, das “Piratendorf”. Und da gibt es denn einen Leuchtturm, eine Insel, eine Mühle, einen Bootssteg. Alles ist völlig unecht, auch das Fachwerk der Häuser, und es wirkt auch alles recht künstlich. Dafür dann aber auch wieder ganz nett, schon irgendwie hübsch.
Man betritt das Apartment direkt durch die Haustür. Unseres hatte einen kleinen Eingangsbereich mit Garderobe, Toilette, Bad mit Dusche, einen Koch-, Eß- und Wohnbereich und ein Schlafzimmer für zwei, insgesamt ca. 38 Quadratmeter laut Prospekt. Im Wohnbereich war ein Kaminofen, der jetzt im Mai natürlich nicht so wichtig war. Die Küchenecke war erstaunlich vollständig ausgestattet, mit Kühlschrank, Herd mit Backofen und vier Platten, Spülmaschine und einer kleinen Spüle. Dazu Geschirr und Besteck, Töpfe und Pfannen, Toaster, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Schneebesen, Kochlöffel, Küchenmesser, und so weiter. Die Einrichtung ist zweckmäßig und ganz hübsch. Nicht umwerfend, aber nett.
Hinter dem Apartment, durch eine Glastür erreichbar, ist eine kleine Terrasse. Hier sitzend lernten wir die eigentlichen Bewohner dieser Anlage kennen: die Enten. Überall trifft man hier auf Stockenten, die, meist in Paaren, herumlaufen und -fliegen. Nicht sehr viele, man sieht selten mehr als ein Paar oder Grüppchen auf einmal, aber sie sind doch präsent. Das ist eine schöne Idee, das bringt ein bißchen Leben und Charakter hinein.
Zum Charakter gehört wesentlich die starke Ausrichtung auf Familien mit (eher kleineren) Kindern. Es gibt einen Spielplatz, einen “Streichelzoo” (im wesentlichen einige Schafe in einem Gehege), einen Grillplatz; viele Pflanzen sind mit informativen Schildern beschrieben, und auch über Tiere der Gegend gibt es Informationen; es gibt einen Kinderclub (im “Leuchtturm”) und einen Jugendclub (”Pier 88″), ein kleines Karussell, und manches mehr. Go-Karts können ausgeliehen werden, und ebenfalls auszuleihen gibt es Handkarren, in denen die Eltern die Kinder durch die Anlage transportieren können, zu deren offensichtlichem großen Vergnügen.
Auch die Gestaltung scheint an jungen Familien orientiert zu sein. Das Apartment, so fiel uns irgendwann auf, sieht ein bißchen aus wie das Klischee “junge Familie” aus dem Möbelkatalog, und es sind Kindersicherungen in allen Steckdosen.
An Gaststätten gibt es ein Buffet-Restaurant für Frühstück und Abendessen (”Landhus”), ein à-la-Carte-Restaurant (”Störtebeker”), und eine Kneipe (”Bootshus”), in der es neben den Standardgetränken Cocktails und kleinere Gerichte à la Carte gibt. Das Frühstück fanden wir etwas gemischt zwischen ziemlich gut bei der Auswahl von Müsli und Eierspeisen und naja ordentlich bei Wurst- und Käseauswahl. Das Essen im Störtebeker war schon ordentlich, aber für den nicht ganz geringen Preis ein bißchen enttäuschend. [Mai 2008]
Nachtrag: Das Restaurant Störtebeker hat uns bei zwei folgenden Besuchen weiterhin enttäuscht. Das Essen war schwach, Service noch zufriedenstellend, Preis-/Leistungsverhältnis schlecht. [November 2008]