The Sixties Diner

August 26th, 2008

Mariendorfer Damm 338, 12107 Berlin

3 von 5 Punkten

Viel gebe es hier nicht in der Gegend, und dies hier sei noch ganz gut, sagte mein Freund M., den ich gestern wohl das letzte Mal sah, bevor er auswandert – immerhin “nur” ins europäische Ausland. Und wenn er dann nicht sehr lange Zeit hat, dann fahre ich dafür natürlich auch nach Mariendorf. Zum Glück ist der Sixties Diner trotz seiner südlichen Lage mit den Bussen M76 und X76 noch ganz gut angebunden.

Bei American Diner und Mariendorf verbinden sich in meinem Kopf zwei Klischees, resultierend in dem Bild eines kitschig amerikanisch dekorierten Lokals mit lauter Musik, größeren Gruppen Spätadoleszenter, die große Mengen Hamburger und Spare Ribs in sich reinschaufeln, laut grölend Bier aus eimergroßen Kannen trinken und sich dabei ganz großartig vorkommen.

Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Wer weiß, vielleicht ist es ja am Wochenende so. Am Montagabend aber war es ganz zivilisiert. Ja, es gab einen Tisch junger Leute, die sich Bier aus einer Kanne in die Gläser füllten. Die waren aber ganz ruhig. Ja, es gab auch Spare Ribs, M. aß sie, aber auch er blieb ganz ruhig dabei.

Überhaupt ging es recht ruhig zu. Das Lokal ist wirklich amerikanisch kitschig dekoriert, mit den typischen Kunstlederpolsterbänken, Juke Box, viel Leuchtreklame, Bilder von Elvis und 60er-Jahre-Autos, und was so dazugehört. Die Musik ist aber durchaus erträglich laut, erst recht auf der Terrasse. Und es laufen nicht nur Buddy Holly und Gene Vincent, sondern auch ganz moderne Acts wie Soft Cell und Anne Clark.

Die Bierauswahl ist ein bißchen eingeschränkt, aber immerhin nicht auf amerikanische Biere. Auf Warsteiner und Berliner vom Faß hatte ich keine Lust, aber das Carlsberg aus der Flasche – das hatte ich schon lange nicht mehr! – schmeckte mir gut. Die Hot Red Chili Poppers waren etwas fettig, und die Nachos “Gaucho” lagen mir etwas schwer im Magen, aber das kann einfach an der Menge gelegen haben. Der Service war freundlich, meist nicht langsam, und hinreichend aufmerksam.

Ja, wenn es denn Mariendorf sein soll, kann man hier mal hingehen. Dann trifft man es auch gar nicht schlecht.

Brewbaker in der Weinwirtschaft

August 26th, 2008

Flensburger Str., S-Bahn-Bogen, 10557 Berlin

3 von 5 Punkten

Kürzlich kam ich mal wieder hierher, um endlich mal das selbstgebraute Bier zu probieren.

Ein voriger Besuch hatte mir gezeigt, daß die Weinauswahl nicht ganz die geweckten Erwartungen erfüllte: dieser Wein war nicht da, jener zwar da, aber nicht kalt, generell gab es eigentlich zu wenig Informationen über die Weine. Aber man saß nett in angenehmer Atmosphäre, und das Essen war ziemlich gut.

Letzteres bestätigte sich dieses Mal nicht mehr ganz so, als habe es ein klein bißchen nachgelassen. Immer noch war es aber durchaus gut.

Das Angebot an selbstgebrautem Bier wechselt nach Saison und Laune. An diesem Tag gab es ein ein Lager, nach japanischer Art aus Reis gebraut, ein Pils und ein Stout. Das Reis-Lager war etwas eigenartig, aber als leichtes, durstlöschendes Sommerbier nicht übel. Das Pils war nicht ganz mein Fall, aber das Stout schmeckte mir ganz gut. (Mit einem Guinness, Murphy’s oder Beamish konnte es allerdings nicht mithalten.)

Lustig fand ich die Auswahl an Schnäpsen: Neben einer sehr großen Auswahl an Obstbränden gab es einen einzigen Whisky – der allerdings war ein Bowmore Cask Strength, schon ein richtig guter. Überraschend, aber köstlich.

Der alleine ist allerdings kein Grund, hierher zu kommen. Das Bier wohl auch nicht, ebensowenig alles andere, aber in der Summe ergibt das ein Lokal, in dem man durchaus einen ganz netten Abend zubringen kann, wenn die Lage günstig ist. Drinnen und draussen sitzt man ganz gut, die Fahrgeräusche der Bahn stören auch unter dem Stadtbahnbogen erstaunlich wenig.

Felsenkeller

Juni 2nd, 2008

Akazienstrasse 2, 10823 Berlin

4 von 5 Punkten

Der Felsenkeller ist eine der netteren der Berliner Traditionskneipen. Seit einer Weile komme ich zum Kartenspielen her, immer mal wieder.

Einfache hölzerne Stühle, Bänke und Tische und holzgetäfelte Wände prägen den Raum. Das Holz war sicher mal hell.

Die Küche arbeitet mit einfachen Mitteln. Neben den Standards wie Kartoffelsalat mit Knackern oder Wienern gibt es wechselnde andere Gerichte, tendentiell deftig, immer ordentlich, manchmal ausgesprochen gut. Viel kostet das Essen nicht. Auch die Getränke sind nicht teuer.

Der Wirt und die Kellnerin – es war zu unseren Besuchen immer dieselbe – scheinen ihre Arbeit sehr gern zu tun. Das wirkt einfach nett, man fühlt sich willkommen.

Renger-Patzsch Restaurant

Mai 31st, 2008

Wartburgstraße 54, 10823 Berlin

3 von 5 Punkten

Die Einrichtung ist sparsam, schlicht, wie auf den Webseiten gut zu sehen, mit den Fotos von Renger-Patzsch schön und unaufdringlich ergänzt.

Das Essen war gut, teilweise sehr gut. Die Salamis vorweg, ein paar Scheiben von drei verschiedenen Sorten, waren intensiv im Geschmack und dabei schön verschieden, die Senfsorten sehr passend dazu. Der Sauerbraten vom Schweinebäckchen bestand entsprechend aus kleinen Stücken, sehr zart und mit der braunen Soße sehr gelungen. Das Kohlgemüse dazu war nicht so spannend, die Schupfnudeln gut, so in Richtung solide.

Die Crème Brulée war überraschend tief und voluminös, ich kenne sie eher flach, so dass man mehr Kruste pro Volumen hat. Die Creme selbst war mit Vanille, was nicht ganz so mein Fall ist. Gut geschmeckt hat sie mir aber durchaus.

Von den offenen Weinen war ich etwas enttäuscht. Der Elsässer Pinot Noir, deutlich teurer als die anderen offenen Weine, war eher flach und uninteressant. Der Rioja war ordentlich, aber zum Beispiel am Abend drauf bekam ich im Chichikan einen besseren chilenischen Merlot für deutlich weniger Geld. Der Grauburgunder aus der Pfalz war genau wie erwartet und wirklich gut.

Der Service war ganz ordentlich; manchmal etwas lang abwesend, vielleicht insgesamt etwas zurückhaltend. Klar in Ordnung, aber hier hätte ich doch mehr erwartet. Und war es keine gute Idee, wenn man den Abend und den Laden abschließen will, so vielen Gästen die Gesamtrechnung auf den Tisch zu legen. Dann fangen die selbst an zu rechnen, und das dauert ganz schön lange.

Hm, nun also: Von Wein und Service war ich nicht begeistert, vom Essen teilweise. Mir schien es für den Preis nicht ganz das Erwartete zu bieten, deshalb nur drei Punkte. Als Gegensatz: Im Hamburger Cox war ich für unwesentlich mehr Geld erheblich zufriedener.

Nichtsdestoweniger war das eine tolle QCN, und es hat sehr viel Spaß gemacht!

Chichikan

Mai 31st, 2008

Goltzstraße 52, 10781 Berlin

4 von 5 Punkten

Recht neu ist das chinesische Chichikan in Schöneberg, Goltzstraße Ecke Grunewaldstraße. Wir wollten noch eine Kleinigkeit essen und kamen zufällig hier vorbei. Die Aussicht auf Dim Sums, außen auf der Tafel versprochen, lockte uns hinein.

Die Einrichtung ist modern und sehr verschieden von der üblichen Kitschüberladenheit der meisten China-Restaurants in Deutschland – klar, ruhig, unaufdringlich, mit einzelnen chinesischen Akzenten, sehr geschmackvoll, mit dezenter, aber auch nicht zu dunkler indirekter Beleuchtung.

Auf der Karte gibt es chinesische und – laut Visitenkarte – Fusion-Küche, was auch immer das ist. Wir wollten aber keine vollständige Mahlzeit und entschieden uns für die Dim-Sum-Auswahl (8 Teile, € 6,80) und die Vorspeisenvariation, bestehend aus je zwei Frühlingsröllchen, frittierten Großgarnelen, Satéspießen mit Erdnußsoße und gebackenen Wan-Tans für € 6,50.

Die Vorspeisen gibt es wie üblich auch einzeln zum entsprechend geringeren Preis. Die Hauptgerichte liegen (von der Peking-Ente abgesehen) zwischen 6 und 16 €, von Nudeln mit Gemüse bis zu Jakobsmuscheln mit Kaiserschoten. Darunter sind recht interessant klingende Kombinationen wie zum Beispiel Lammkotelett mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und Knoblauch auf Pok Choi (€ 13,80).

Auch die Gerichte, die den in Deutschland verbreiteten “Standards” der chinesischen Küche zumindest ähneln, sind hier so beschrieben, daß ich neugierig werde: “Kanton-Ente, kross gebacken und gebettet auf frischem Wok-Gemüse” klingt irgendwie besser als sonst.

Zu unserer Überraschung gab es eine separate Weinkarte mit einer tatsächlich interessant klingenden und nicht allzu kleinen Auswahl von Weinen offen und als Flaschen, davon die teureren bei 25 €. Sogar die Beschreibungen der beiden chinesischen Weine (rot und weiß) machten mich neugierig (€ 19 und € 20).

Bei unserer etwas beschränkten Auswahl haben wir von den eigentlich interessanten Dingen noch nichts mitbekommen. Die Vorspeisen waren gut, aber nichts besonderes. Die Atmosphäre allerdings schon, und deshalb werden wir uns hier sicher noch weiter durchprobieren.

Nachtrag: Gestern waren die Frühlingsrollen langweilig, aber die Sauer-Scharf-Suppe mal etwas anderes als sonst überall, frisch gekocht mit noch knackigem Gemüse und mit eigenem, interessantem Aroma. Sehr gut!

Das scharfe Huhn in Würfeln mit Gemüse und Cashwkernen hielt sich ordentlich, aber nicht mehr; das doppelt gebratene scharfe Schweinefleisch mit Knoblauch und Gemüse in pikanter Bohnensoße war dagegen sehr gut.

Der offene chilenische Merlot schmeckte mir überraschend gut. Zunächst nicht übermäßig kräftig wurde er mit jedem Schluck besser und entwickelte einen sehr langen, schönen Nachhall. Sowohl Verwandschaft mit als aus Distanz zu Frankreich waren vorteilhaft herauszuschmecken.

Weinschule Berlin

Mai 19th, 2008

Inselstr. 8a, 10179 Berlin

5 von 5 Punkten

“Der Weg zum Weinkenner ist weit – aber er macht Spaß!” zitierte früher ein Kollege von mir. Das bestätigt sich immer wieder. Nicht nur beim Trinken, sondern auch beim ganz gezielten Lernen.

Ein klein bißchen hatte ich in den letzten paar Jahren über französische Weine schon gelernt. Aber das war Stückwerk, unzusammenhängend, und ließ viele Fragen offen. Deshalb freute ich mich ganz besonders, als ich zum Geburtstag von der besten Kennerin dieses Möchtegern-Weinkenners einen gemeinsamen Besuch in der Weinschule geschenkt bekam, zum Thema “Frankreich”.

Bernhard Moser bringt es alles in einen Zusammenhang. Anhand von Landkarten gibt er zunächst einen Überblick, vertieft im einzelnen, erklärt, wie die staatlichen Regelungen, “das erfolgreichste Weingesetz der Welt”, anders sind als in Deutschland, und wie sie sich auf die Weinherstellung auswirken. Das ist viel Stoff auf einmal, aber hochinteressant, und gekonnt präsentiert.

Bei der anschließenden Verkostung werden der Zusammenhang und die Einzelheiten sinnlich untermauert. Vom Norden zum Süden gehen wir von weiß zu rot 14 verschiedene Weine durch, darunter auch ein Champagner und ein Cremant. Wirklich gute Weine aus dem Bordeaux und dem Burgund sind dabei, aber auch einfachere Qualitäten. Zufällig ergibt sich auch die Gelegenheit, einen korkigen Wein zu probieren – schade andererseits, denn für die eine Flasche Sancerre gibt es gerade keinen Ersatz. Zuletzt ein Sauternes, der einen sehr schönen, intensiven Abschluß bringt.

Die Runde der Teilnehmer, die am Anfang noch gespannt und ein bißchen steif wirkt, wird zum Ende hin gelöster. Eine fröhlich-befriedigte Stimmung breitet sich aus – köstliche Dinge haben wir probiert, und interessantes darüber gelernt. Schon vorbei? Schade.

Nun müßte man noch jede Gegend in gleicher Detailliertheit… nein, das ist ein Wunschtraum, das gibt es nicht. Oder doch mal? Ein Seminar Bordeaux vielleicht?

Pragmatiker, der ich bin, freue ich mich auch auf weitere Seminare des vorhandenen Angebots. “Wein und Käse” und “Welcher Wein zu welchem Essen?” scheinen nicht nur mein Interesse zu finden.

Ja, das hat Spaß gemacht. Bernhard Moser macht es offensichtlich auch selbst Spaß, immer noch, und der Funke springt über.

Wyker Dampfschiffs-Reederei

Mai 18th, 2008

Am Fähranleger 1, 25938 Wyk

4 von 5 Punkten

Seit etwa vierzig Jahren, als meine Großeltern wieder nach Wyk zogen, fahre ich mit den Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei von Dagebüll nach Föhr und, seltene Male, nach Amrum.

Seit Einführung des neuen Typs mit dem Salon oben hat sich an den Fähren kaum etwas für den Fahrgast sichtbares geändert. Die “Insel Amrum” ist die letzte von denen, die über dem Fahrzeugdeck nur die Brücke haben, wie ein Korb hängt sie oben, und inzwischen auch Sitzplätze im Freien. Nur unten, unter dem Fahrzeugdeck ist ein Salon, wo die Fahrgäste an Tischen sitzen können.

Alle neueren Fähren haben über dem Fahrzeugdeck noch einen Salon mit Bewirtschaftung; es gibt Getränke und kleinere Gerichte. Sehr gute Aussicht hat man von den Fensterplätzen. Inzwischen ist es hier natürlich rauchfrei, wo es früher teilweise sehr verqualmt war.

Noch bessere Aussicht, wenn auch nicht nach vorne, hat man vom Freiluftdeck hinter der Brücke. Hier kann es natürlich sehr zugig werden, und man ist den Möwen recht nah.

Außer den Insel-Fähren betreibt die Wyker Dampfschiffs-Reederei eine Halligfähre und Ausflugsschiffe wie die abgebildete “Rüm Hart”.

Kürzlich fuhr ich seit langer Zeit mal wieder nach Wyk zum Familienbesuch. Eigentlich war noch alles wie früher, bis auf die buntere Bemalung der Schiffe. Noch immer liebe ich es, in das von gewaltigen Kräften verwirbelte Kielwasser zu sehen, dessen schaumige Spur Richtung Horizont reicht.

Neu war mir allerdings der erstmalig selbst empfundene Schmerz beim Bezahlen des Preises für die Überfahrt mit dem Auto.

Bar 509

Mai 18th, 2008

Holstenwall 19, im Hotel am Holstenwall, 20355 Hamburg

4 von 5 Punkten

Eigentlich gehört die Bar 509 “nur” zum Hotel am Holstenwall, aber ich finde, sie ist einen eigenen Eintrag wert. Auch wenn wir, nach einem großartigen Essen im Nil, hier so spät herkamen, daß nicht einmal mehr der richtige Barmann da war.

Statt dessen vertrat der Nachtportier des Hotels, und er wußte nach eigenem Bekunden gar nicht richtig Bescheid. Trotzdem fanden wir es hier sehr nett, es gab Gutes zu trinken, und der stimmungsvolle Raum gefiel uns sehr.

Das Angebot ist recht vielfältig, und ich wäre nicht abgeneigt, mit etwas mehr Zeit noch einmal hierher zu kommen.

Hotel Am Holstenwall

Mai 18th, 2008

Holstenwall 19, 20355 Hamburg

4 von 5 Punkten

Mit dem Hotel am Holstenwall hatten wir Glück: Nicht nur bekamen wir auf Anruf am Vorabend überhaupt noch ein Zimmer, nicht selbstverständlich am Wochenende des Hafengeburtstags, sondern außerdem gefiel es uns auch ausgesprochen gut.

Wäre noch Auswahl gewesen, hätten wir nicht ein Zimmer zum Holstenwall mit recht vernehmlichem Verkehrsgeräusch genommen, und auch eher ein Doppelzimmer als ein Queenzimmer mit einem nur 1,40 m breiten Bett. Aber die hatten wir nicht mehr so kurzfristig, und für eine Nacht war es auch leicht gut genug. Dazu noch mit 115 € inklusive Frühstück für zwei Personen günstig für das gebotene.

Für die Bewertung übernehme ich mal den Maßstab, den sidifferent so gut vorgemacht hat:

Freundlichkeit / Professionalität des Personals: Sehr freundlich und angenehm. Nur die Kellnerin im Frühstücksraum machte mich trotz einwandfreier Arbeit mit ihrer Art irgendwie nervös. 5 Punkte.

Bett: Für zwei XL-Personen ist Queensize wenig, aber daran waren wir wegen der kurzfristigen Buchung selbst schuld. Sonst gut. 4 Punkte.

Bad: Funktional und angenehm, mit Dusche, sehr angenehm hell beleuchtet, mal nicht so schummrig wie sonst oft. Alles in Ordnung, Badewanne wäre noch schöner gewesen. 4 Punkte.

Lärmpegel: Zimmer zu einer Hauptverkehrsstraße; da kann man nicht viel machen. Mit geschlossenem Fenster passabel. 3 Punkte.

Frühstück: Für ein so kleines Haus eine überraschend gute und große Auswahl, schöner Raum. 4 Punkte.

Die Farbgebung des Zimmers: Standard, unaufdringlich bis auf den sehr roten Vorhang.

Noch zu erwähnen: Zum Haus gehört die Bar 509, die uns für einen Absacker (na gut, es waren drei :–) auch gut gefiel.

Golfschule Fleesensee

Mai 18th, 2008

Tannenweg 1, 17213 Göhren-Lebbin

5 von 5 Punkten

Die Golfschule Fleesensee gehört zum “Golf und Country Club Fleesensee” [sic]. Ex-Nationaltrainer Oliver Heuler und zahlreiche andere Golflehrer kümmern sich um die Golfschüler

Bei einer Schnupperstunde hier vor Jahren stellten die beste Ehefrau von allen und ich fest, daß Golf überraschend viel Spaß machen kann. Erst jetzt kamen wir dazu, die lange gehegte Absicht “das machen wir mal richtig” umzusetzen.

Dann sollte es auch wirklich “richtig” sein: Eine Woche Intensivkurs zur Platzreife. Na ja, und ist ja ganz schön da, also dabei ein bißchen die Gegend ansehen, Malchow, Waren, die Seen, Schwimmbad, Whirlpool, und so weiter. Oh, wie haben wir uns geirrt

Nie hätten wir gedacht, daß es so anstrengend ist! Am ersten Tag bin ich abends kurz nach acht auf dem Sofa eingeschlafen. Ab dem zweiten Tag kamen wir morgens nur schwer aus dem Bett – nicht weil wir müde waren, denn spät ins Bett gingen wir wahrlich nicht, kaputt wie wir waren. Nein, weil uns der Muskelkater im ganzen Rumpf und auch sonst noch einiges weh taten – Handgelenke, Blasen an den Füßen…

Und üben, üben, üben mußten wir, und (eigentlich) morgens, mittags und abends, also immer, wenn kein Unterricht war, den Platz spielen. Zu nichts anderem als Golf, schlafen, essen und einmal einkaufen kamen wir, und außer Golfplatz, Dorfhotel und dem Sky-Supermarkt in Waren haben wir nichts gesehen.

Aber wir haben es geschafft, und es war trotz allem Schmerz und aller Anstrengung doch eine große Freude! Einen kleinen weißen Ball richtig getroffen zu haben und weit fliegen zu sehen, gar noch in die richtige Richtung, ist ein erstaunliches Vergnügen. Und morgens in aller Ruhe auf dem Golfplatz zu stehen, alles ruhig bis auf die Vögel, das Gras noch naß vom Tau, die Sonne schon da, aber noch nicht stechend, die Luft noch kühl, das ist total schön. Und dann bei Loch eins mit einem tollen Schlag bis fast zum Grün anzufangen, das ist einfach großartig!

Sehr gründlich und mit gutem Betreuungsverhältnis – zwei Lehrer für zwölf Schüler – war der Unterricht, von Abschlagübungen über Pitchen und Chippen zum Putten, mit vielen sinnvollen Übungen. Die Abschlagübungen, und auch das Pitchen, waren schon eine gewisse Schinderei. Anderes war körperlich leichter, wollte aber doch auf Anhieb nicht recht gelingen. Intensive Betreuung, unter anderem mit Videoanalyse des Schwungs, half uns weiter.

Die Lehrer Moritz Rossa und Sascha Georgi gestalteten den Kurs nicht nur effektiv, sondern auch sehr entspannt und sympathisch. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man das nennenswert besser machen könnte. Es war eine anstrengende Woche, aber mit viel Spaß in einer sympathischen und interessanten Gruppe, dem Gefühl, etwas geschafft zu haben, und einer sich entwickelnden Begeisterung für einen uns doch noch recht neuen und etwas ungewohnten Sport.

Zu erwähnen ist noch das Restaurant im Clubhaus des Golfclubs: Entgegen meiner Befürchtung ist es weder schlecht noch teuer, sondern man erhält gute bis sehr gute (die selbstgeräucherte Forelle!) Gerichte und ein gutes Angebot an Getränken zu einem sehr anständigen Preis. (Nur warnen kann ich allerdings davor, mittags den Matjes zu essen. Nicht, daß er schlecht gewesen wäre, nein, er war durchaus gut, aber er wollte den Rest des Tages immer wieder Wasser haben. Und das ist mit beschränktem Vorrat in der Golftasche ziemlich nervig.)