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Dorfhotel Fleesensee

Freitag, November 14th, 2008

Am Kalkberg 1, 17213 Göhren-Lebbin

3 von 5 Punkten

Das Dorfhotel Fleesensee hat seinen Namen offensichtlich nicht davon, daß es im Dorf angesiedelt ist. Das ist es nicht, eher etwas außerhalb des Dorfs Göhren-Lebbin. Der Name kommt eher davon, daß die Apartments, die man hier mietet, auf Häuser verteilt sind, bis zu drei pro Haus, die dann wieder in “Dörfer” gruppiert sind – das “Fischerdorf”, das “Inseldorf”, das “Mühlendorf”, das “Piratendorf”. Und da gibt es denn einen Leuchtturm, eine Insel, eine Mühle, einen Bootssteg. Alles ist völlig unecht, auch das Fachwerk der Häuser, und es wirkt auch alles recht künstlich. Dafür dann aber auch wieder ganz nett, schon irgendwie hübsch.

Man betritt das Apartment direkt durch die Haustür. Unseres hatte einen kleinen Eingangsbereich mit Garderobe, Toilette, Bad mit Dusche, einen Koch-, Eß- und Wohnbereich und ein Schlafzimmer für zwei, insgesamt ca. 38 Quadratmeter laut Prospekt. Im Wohnbereich war ein Kaminofen, der jetzt im Mai natürlich nicht so wichtig war. Die Küchenecke war erstaunlich vollständig ausgestattet, mit Kühlschrank, Herd mit Backofen und vier Platten, Spülmaschine und einer kleinen Spüle. Dazu Geschirr und Besteck, Töpfe und Pfannen, Toaster, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Schneebesen, Kochlöffel, Küchenmesser, und so weiter. Die Einrichtung ist zweckmäßig und ganz hübsch. Nicht umwerfend, aber nett.

Hinter dem Apartment, durch eine Glastür erreichbar, ist eine kleine Terrasse. Hier sitzend lernten wir die eigentlichen Bewohner dieser Anlage kennen: die Enten. Überall trifft man hier auf Stockenten, die, meist in Paaren, herumlaufen und -fliegen. Nicht sehr viele, man sieht selten mehr als ein Paar oder Grüppchen auf einmal, aber sie sind doch präsent. Das ist eine schöne Idee, das bringt ein bißchen Leben und Charakter hinein.

Zum Charakter gehört wesentlich die starke Ausrichtung auf Familien mit (eher kleineren) Kindern. Es gibt einen Spielplatz, einen “Streichelzoo” (im wesentlichen einige Schafe in einem Gehege), einen Grillplatz; viele Pflanzen sind mit informativen Schildern beschrieben, und auch über Tiere der Gegend gibt es Informationen; es gibt einen Kinderclub (im “Leuchtturm”) und einen Jugendclub (”Pier 88″), ein kleines Karussell, und manches mehr. Go-Karts können ausgeliehen werden, und ebenfalls auszuleihen gibt es Handkarren, in denen die Eltern die Kinder durch die Anlage transportieren können, zu deren offensichtlichem großen Vergnügen.

Auch die Gestaltung scheint an jungen Familien orientiert zu sein. Das Apartment, so fiel uns irgendwann auf, sieht ein bißchen aus wie das Klischee “junge Familie” aus dem Möbelkatalog, und es sind Kindersicherungen in allen Steckdosen.

An Gaststätten gibt es ein Buffet-Restaurant für Frühstück und Abendessen (”Landhus”), ein à-la-Carte-Restaurant (”Störtebeker”), und eine Kneipe (”Bootshus”), in der es neben den Standardgetränken Cocktails und kleinere Gerichte à la Carte gibt. Das Frühstück fanden wir etwas gemischt zwischen ziemlich gut bei der Auswahl von Müsli und Eierspeisen und naja ordentlich bei Wurst- und Käseauswahl. Das Essen im Störtebeker war schon ordentlich, aber für den nicht ganz geringen Preis ein bißchen enttäuschend. [Mai 2008]

Nachtrag: Das Restaurant Störtebeker hat uns bei zwei folgenden Besuchen weiterhin enttäuscht. Das Essen war schwach, Service noch zufriedenstellend, Preis-/Leistungsverhältnis schlecht. [November 2008]

Hotel Am Holstenwall

Sonntag, Mai 18th, 2008

Holstenwall 19, 20355 Hamburg

4 von 5 Punkten

Mit dem Hotel am Holstenwall hatten wir Glück: Nicht nur bekamen wir auf Anruf am Vorabend überhaupt noch ein Zimmer, nicht selbstverständlich am Wochenende des Hafengeburtstags, sondern außerdem gefiel es uns auch ausgesprochen gut.

Wäre noch Auswahl gewesen, hätten wir nicht ein Zimmer zum Holstenwall mit recht vernehmlichem Verkehrsgeräusch genommen, und auch eher ein Doppelzimmer als ein Queenzimmer mit einem nur 1,40 m breiten Bett. Aber die hatten wir nicht mehr so kurzfristig, und für eine Nacht war es auch leicht gut genug. Dazu noch mit 115 € inklusive Frühstück für zwei Personen günstig für das gebotene.

Für die Bewertung übernehme ich mal den Maßstab, den sidifferent so gut vorgemacht hat:

Freundlichkeit / Professionalität des Personals: Sehr freundlich und angenehm. Nur die Kellnerin im Frühstücksraum machte mich trotz einwandfreier Arbeit mit ihrer Art irgendwie nervös. 5 Punkte.

Bett: Für zwei XL-Personen ist Queensize wenig, aber daran waren wir wegen der kurzfristigen Buchung selbst schuld. Sonst gut. 4 Punkte.

Bad: Funktional und angenehm, mit Dusche, sehr angenehm hell beleuchtet, mal nicht so schummrig wie sonst oft. Alles in Ordnung, Badewanne wäre noch schöner gewesen. 4 Punkte.

Lärmpegel: Zimmer zu einer Hauptverkehrsstraße; da kann man nicht viel machen. Mit geschlossenem Fenster passabel. 3 Punkte.

Frühstück: Für ein so kleines Haus eine überraschend gute und große Auswahl, schöner Raum. 4 Punkte.

Die Farbgebung des Zimmers: Standard, unaufdringlich bis auf den sehr roten Vorhang.

Noch zu erwähnen: Zum Haus gehört die Bar 509, die uns für einen Absacker (na gut, es waren drei :–) auch gut gefiel.

Strandhotel Dagebüll

Sonntag, Mai 18th, 2008

Koogwarft 1, 25899 Dagebüll

4 von 5 Punkten

Am und zum Teil auf dem Deich direkt am Dagebüller Fährhafen liegt das Strandhotel. Wie vermutlich die meisten kenne ich nur das Restaurant, von dessen vorderen Teil aus man einen sehr schönen Blick auf den Hafen und das Wattenmeer hat, bei entsprechendem Wetter auch auf die Badenden direkt vor dem Haus.

Obwohl die Gäste durch den Fährbetrieb frei Haus geliefert werden, sind Auswahl durchaus gut, Preise in Ordnung und Service freundlich und professionell; das Ambiente ist norddeutsch klassisch-rustikal. Das Restaurant ist damit eine gute Gelegenheit für einen Kaffee oder auch eine kleine oder größere Mahlzeit, während man auf die Fähre wartet. Der Kaffee war durchaus ordentlich, und der Lachs mit Toast, den ich hatte, sogar ausgesprochen gut.

Außer dem Restaurant gibt es eine Bierstube, und es werden Zimmer vermietet, wie der Name es nahelegt. Die Webseite bietet leider keine Informationen über die Zimmerpreise.

Hilton Shanghai Hotel

Samstag, April 19th, 2008

Hua Shan Road 250, 200040 Shanghai

3 von 5 Punkten

(Nach einem Aufenthalt Ende 2003)

Dieses Haus ist in meinen Augen ein hervorragendes Beispiel für eine große perfekt laufende Hotelmaschine. Mit amerikanischer Präzision und Effizienz funktioniert hier einfach alles. Damit ist geradezu ein Klischee erfüllt.

Das ist tatsächlich ein bißchen seelenlos. Anders als im von mir sehr geschätzten Portman Ritz-Carlton treten hier die Menschen hinter das Gesamtimage des Hauses zurück. Warm wird man damit nicht unbedingt.

Andererseits ist alles durchaus in Ordnung, und unzufrieden, wie es bis hierher klang, war ich ja wiederum gar nicht.

Die Zimmer (ich hatte mehrere, weil ich unplanmäßig verlängern mußte) waren tadellos, und wenn man über dem 20. Stock angesiedelt ist, hat man eine sehr gute Aussicht, denn das Haus liegt recht zentral. Die Zimmer sind komplett ausgestattet, und schon Ende 2003 gab es selbstverständlich Internet-Anschluß.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zu essen, darunter mehrere Frühstücksmöglichkeiten; besonders habe ich es geschätzt, wenn mein Kollege und ich spät erst von der Arbeit zurückkamen, auch um Mitternacht in einer hinteren, etwas abseits gelegenen Ecke der Lobby noch warmes Essen zu bekommen, gutes chinesisches, aber auch anderes asiatisches und europäisch-amerikanisches Essen. Die Aussicht von der Bar im 39. Stock ist spektakulär.

Hübsch ist die Executive Lounge, die zum Angebot der Executive-Zimmer und -Suiten gehört: Abseits der übrigen Wege und relativ klein, aber nie überfüllt, bietet sie einen angenehm ruhigen und sehr überschaubaren Rahmen für Frühstück und sonstigen Aufenthalt. Auch ein- und auschecken kann man hier abseits des Lobby-Trubels.

Es ist dies schon eine amerikanisch effiziente Hotelmaschinerie. Aber das hat ja auch seine guten Seiten.

Portman Ritz Carlton

Dienstag, April 1st, 2008

Nanjing Xi Lu 1376, 200040 Shanghai

4 von 5 Punkten

Anfang 2004 war ich beruflich zwei Wochen in Shanghai und bekam das Portman Ritz Carlton gebucht. Na ja, dachte ich, noch so ein Riesenschuppen von einer amerikanischen Hotelkette, nachdem ich bei einem vorigen Besuch im Hilton gewesen war. Aber es war anders.

Anders als ich es sonst von großen Hotels kannte, hat dieses wirklich Persönlichkeit. Wo andere einer gutgeölten hocheffizienten Maschine gleichen, ist dieses nicht so perfekt, aber es scheint zu leben. Farben, Formen und Einrichtung sind wirklich schön und strahlen noch etwas anderes aus als nur nicht nerven zu wollen – Charakter.

Die sich hier um den Gast kümmern sind nicht nur Liftboy, Rezeptionist oder Zimmerkellner, sondern auch Menschen. Was auch immer diesen Unterschied macht, ich weiß es nicht, aber es hat Wirkung. Sonst, habe ich den Eindruck, kann ein Hotel nicht viel mehr tun als seinen Gästen möglichst wenig auf den Wecker zu gehen, aber in diesem hier habe ich mich wirklich wohl gefühlt.

Natürlich hat das Portman all das, was ein Hotel dieser Kategorie haben muß, und natürlich ist es damit auch relativ teuer. Privat würde ich mir das nicht leisten können. Aber ich würde es gerne wollen.

Einziger Ausreißer: Als ich einen Abend in das – italienische, übrigens – Hotelrestaurant wollte, war gerade kein Platz frei, und ich wurde an die Bar gebeten. Da nahm ich schon mal ein Getränk. Als sich nach über einer Dreiviertelstunde immer noch nichts getan hatte, verlor ich die Lust und schickte mich an, zu gehen. Auf einmal wurde der Restaurantchef geradezu übermäßig aufmerksam und drängte mich zu bleiben, es sei sofort etwas frei. Als ich ablehnte, wirkte er geradezu gekränkt. Sein Fehler, sein Pech.

Aber dafür auch etwas schönes: In der Mitte des Stockwerks sind, räumlich großzügig angeordnet, die Türen von sechs Fahrstühlen. Die machen nicht einfach nur “Ding”, wenn der Fahrstuhl kommt, sondern schon eine Weile vorher ganz sanft “ding… ding… ding…” und so weiter. Weil nun auch noch eine vielleicht zehn Meter große kreisförmige Aussparung in der Decke zwischen jeweils zwei Stockwerken ist, kann man also zwölf Fahrstuhltüren hören, von denen eigentlich immer mindestens zwei einen nahenden Fahrstuhl ankündigen, oder auch mehr – es klingt, als redeten sie miteinander…

Mövenpick Hotel Braunschweig

Sonntag, März 30th, 2008

Jöddenstr. 3, 38100 Braunschweig

4 von 5 Punkten

Der Geburtstag eines Freundes trieb die beste Ehefrau von allen und mich Anfang des Jahres nach Braunschweig. Da wir dem Alter der Matratzenlager entwachsen sind und insbesondere keine Lust hatten, uns um ein Bad oder eine Toilette mit zwanzig anderen zu drängeln, suchten wir ein Hotel in der Nähe. Einem anderen, ähnlich nah gelegen, zogen wir das Mövenpick vor, weil die Checkout-Zeit auf der Webseite angegeben war (12 Uhr).

Damit taten wir einen guten Griff! Das Zimmer war gut ausgestattet und absolut in Ordnung, eben so das Bad. Komisch, daß es in einem Doppelzimmer nur eine Bettdecke gab, aber eine zweite wurde auf Anfrage unverzüglich gebracht. Wir haben gut geschlafen, und nur, weil wir so spät zurückgekommen waren, leider etwas kurz. Der Service war untadelig und sehr freundlich.

Sehr gut ist übrigens auch die Lage, sehr zentral im Stadtkern.

Das Frühstücksbuffet war mit 16 € pro Person preislich im Rahmen, hatte eine sehr große Auswahl, und schmeckte ausgezeichnet. Und – das vielleicht auch noch ein Grund für die Auswahl dieses Hauses – es gab das Mövenpick-Bircher-Müsli, das ich so schätze. Auf die interessante Weinauswahl auf der Karte mochten wir um die Tageszeit allerdings noch nicht eingehen. :–)

Mit einem Preis von 99 € für das Doppelzimmer ohne Frühstück war das sehr gut. Gerne wieder, wenn wir wieder mal eine Übernachtung in Braunschweig brauchen.

Coche Paradise

Freitag, Dezember 14th, 2007

Isla Coche, Venezuela

3 von 5 Punkten

Coche Paradise ist eine Hotelanlage auf der Isla Coche, Venezuela, südliche Karibik.

Die beste Ehefrau von allen und ich hatten, ganz gegen unsere Gewohnheit, einen All-inclusive-Pauschalurlaub im Coche Paradise gebucht. Wir wollten es gerne einmal richtig warm, mit warmem Badewasser, Gelegenheit zum Schnorcheln, und ansonsten einen richtig faulen Urlaub, bei dem man sich um nichts kümmern muß. Ruhig sollte es sein, und gar nicht unbedingt kinderfreundlich.

Es wurde dann nicht in allen Punkten so, wie wir uns es vorgestellt hatten, aber das lag in wiederum nicht allen Punkten an Coche Paradise.

Die Anreise zu Coche Paradise ist ein wenig umständlich. Zuerst fliegt man zur deutlich größeren und bekannteren Nachbarinsel Isla Margarita. Vom Flughafen fährt man mit dem Taxi zum Hotel El Yaque Paradise, einem Schwesterhotel von Coche Paradise. Hier erkundigt man sich, wann ein Boot zur Isla Coche fährt – es gibt einen Schnellbootservice zwischen den beiden Hotels.

Vor El Yaque Paradise wartet man auf einen offenen Bus, der einen zum Strand bringt. Wenn der Bus da ist, und der Fahrer auch, und der Fahrer den Bus mit einem Schraubenzieher (oh ja!) gestartet hat, geht es los zum Strand. Das sind nur ein paar hundert Meter, aber mit Gepäck möchte man die in der prallen karibischen Sonne nicht zu Fuß gehen. Und außerdem braucht man ja auch das Boot, und wenn das Boot kommt, fährt auch der Bus.

Die Boote, die zwischen El Yaque Paradise und Coche Paradise fahren, sind nicht unbedingt elegant zu nennen. Zum Ausgleich dafür sind sie ausgesprochen gut motorisiert, typischerweise mit zwei Außenbordmotoren mit je 200 PS. Die Schnellboote tragen diese Bezeichnung also nicht zu unrecht, oh nein! Wenn der Fahrer richtig Gas gibt, und das tun er, geht es ordentlich voran, das Boot steht steil im Wasser. Da dieses zwischen den Inseln durchaus seine Wellen hat, spritzt es ganz ordentlich, aber das meiste wird von der zeltplanenartigen Verkleidung abgehalten. Gut durchgeschaukelt und nicht immer ganz trocken kommt man nach etwa 20 Minuten Fahrt auf Coche an, am Strand direkt vor dem Coche Paradise.

Die Hotelanlage selbst erscheint als eine locker gegliederte Ansammlung von Hütten mit einem zentralen Bereich, der aus Anmeldung, Bar und Essensbereich besteht. Das ganze ist eingebettet in eine grüne Landschaft aus Grasflächen, Palmen, Strauchhecken, und Blumenbeeten. Später wird einem auffallen, daß Coche eigentlich sehr karg ist, und daß diese grüne Landschaft sehr künstlich ist und mit dem Einsatz von viel Wasser und vielen Gärtnern aufrechterhalten wird.

Nichtsdestoweniger ist sie schön und gelungen gestaltet, diese grüne Landschaft. In ihr halten sich – ebenso nur durch menschlichen Einfluß, nehme ich an – viele Tiere auf, Papageien, Kakadus, Leguane, Esel, Hunde, Katzen. Na gut, die Hunde und Katzen halten sich vermutlich von allein.

Besonders die Vögel geben Coche Paradise eine angenehme Atmosphäre. Nicht, daß sie nie stören, nein, es ist erstaunlich, welches Getöse Papageien und vor allem die Kakadus veranstalten können! Das tun sie mit Vorliebe morgens, nicht zu spät. Auch muß man immer wieder seine Mahlzeiten vor den ausgesprochen frechen Papageien verteidigen. Aber sie geben dem ganzen das tropische Flair, daß man ja schließlich gesucht hat. Die Esel nicht ganz so, sie äsen morgens meistens (wenn auch nicht immer, Stichwort rostige Gießkanne) ruhig zwischen den Hütten und verziehen sich in der Tageshitze an einen unbekannten Ort. Manchmal muß einer aus dem Barbereich vertrieben werden. Das geht offensichtlich am besten, wenn man mit einem Kochlöffel auf einen Blecheimer trommelt und ein Haufen Gäste schmunzelnd drumherumsteht.

Der Barbereich ist die Bar selbst, natürlich (siehe Bild), und eine große Terrasse mit Tischen und Stühlen, eher schmucklos, das ganze im Halbschatten von Palmen. Hier finden sich teils tagsüber, aber vor allem abends die Gäste ein zum Sitzen, Trinken, Reden… Die meistgenommenen Getränke sind Cubra Libre (auch profan als Cola-Rum bekannt, nicht so mein Fall), Piña Colada (schon besser) und das venezolanische Bier, “Polar Ice”. Das ist erstaunlich gut, es geht stark in die Richtung der mexikanischen Biere, Corona und Sol und so.

Nur auf den ersten Blick erstaunlich ist, daß es dieses Bier nur in Viertelliterflaschen gibt. Die sind natürlich mit zweimal tief atmen leer, und man muß schon wieder zur Bar. Später verstehen wir, daß das so schon in Ordnung ist, denn wenn das Bier länger in der Flasche bleibt, wird es bei der Hitze schnell warm.

Ach ja, die Hitze. Sie existiert real und ist nur mit ausreichender Getränkezufuhr zu bekämpfen. Das muessen natürlich nicht zwingend alkoholische Getränke sein, aber dieses Bier ist schon nett, so schön leicht und lecker und gut gegen den Durst.

Die Hitze wäre wirklich störend ohne den Wind. Der ist fast die ganze Zeit präsent, mal mehr, mal weniger, und er kühlt deutlich. Er macht den Aufenthalt im Freien recht angenehm. Allerdings weht er nicht in den Zimmern.

Die Zimmer sind als eine Reihe von Hütten angelegt, immer ein bißchen versetzt, so daß man ein bißchen von den Nachbarn abgeschirmt ist. Das ist ganz schön und praktisch angelegt. Die Zimmer selbst sind eher schlicht, aber brauchbar funktional. Toilette und Dusche sind nicht die Erleuchtung, aber für den recht günstigen (Pauschal-)Preis in Ordnung. Es gibt einen Fernseher, der mehrere spanischsprachige Programme empfangen kann. Das half uns allerdings nicht so.

Auf die Dächer der Hütten scheint den ganzen Tag die Sonne. Davon werden sie natürlich nicht kühler. Wenn man abends zu Bett gehen will, ist es darin mächtig warm. Es gibt eine Klimaanlage, aber die ist so laut, daß man sie nicht nachts laufen läßt, es sei denn, man hält die Hitze überhaupt nicht mehr aus. Wir sind irgendwann dazu übergegangen, die Klimaanlage am späten Nachmittag oder frühen Abend laufen zu lassen, während wir weg waren, so daß die Hütte zur Bettgehzeit auf eine halbwegs angenehme Temperatur runtergekühlt war. Sie wird dann aber bald wieder wärmer.

Essen gibt es auf einer großen, offenen, überdachten Veranda, ein recht vielseitiges Buffet mit zwar nicht direkt hochklassiger Küche, aber eigentlich immer ordentlich bis gut. Es gibt viel schönes tropisches Obst. Die Auswahl von Kaltgetränken zum Frühstück ist nicht so toll, da muß man dann bis 11 Uhr warten, bis die Bar aufmacht, und dann heißt es wieder “Dos Polar Ice, por favor!”

Der Strand ist nicht weit weg, ungefähr 20 Meter. Wir haben ein paarmal gebadet, aber so reizvoll fand ich es nicht. Perverserweise ist dann doch der Swimmingpool verlockender – da kann man auf der Liege im Schatten liegen, das Wasser ist sauberer, es gibt ein bißchen Gesellschaft, und man kann den Leguanen zusehen, die sich auch am Pool tummeln. Schade ist nur auch hier die Unsitte, daß Abwesende “ihre” Liegestühle für Stunden mit Handtüchern blockieren, so daß sie keinem etwas nützen. Sehr blöd und egoistisch.

Wie ist es hier nun also? Eigentlich ganz nett für relativ billig. Wenn nicht gerade eine Kitesurfer-Weltmeisterschaft stattfindet, wie es uns in der ersten Woche passiert ist (Rambazamba grande!), ist es relativ ruhig. Publikum ist gemischt, wenn auch nicht unbedingt bildungsbürgerlastig. Wir fanden ganz nette Gesellschaft.

Luxus ist Coche Paradise nicht, aber auch nicht so schlicht, daß es stört. Schade ist allerdings, daß die Möglichkeiten zu Aktivitäten auf Coche relativ gering sind. Reizvolle Schorchelgebiete zum Beispiel gibt es dort nicht, nach der Auskunft, die wir erhielten. Baden, Wind- und Kitesurfen gehen natürlich. Die offizielle Website von Coche wirbt im wesentlichen damit, und mit “Dolcissimo far niente” (http://www.guaiqueri.net/pages/coche.htm).

Ein abendlicher Strandspaziergang ist ganz schön, man kann gut um die Nordwestspitze der Insel laufen; man kann auch mal mit dem Taxi nach San Pedro fahren, wo man dann auf einmal wirklich das Gefühl hat, in Südamerika zu sein. Aber sonst scheint Coche nicht sehr reizvoll zu sein.

Nichts tun kann man dagegen tatsächlich durchaus gut. Tage am Pool mit ein bißchen Baden und viel Lesen zubringen zum Beispiel, sich irgendwann zur Bar setzen, mit Leuten plaudern, warten, bis es Abendessen gibt, dann wieder zur Bar, mit anderen Würfel spielen…

Auf der Website von Coche Paradise sehe ich, daß es jetzt die Möglichkeit gibt, Pool Billard und Tischtennis zu spielen, einen Fitnessraum, und eine offensichtlich stark ausgebaute Lobby. Das war April 2005, als wir da waren, noch nicht vorhanden.

Für weiteres, zum Beispiel Bootsausflüge mit Schnorchelgelegenheit (das war schön!), muß man mit dem Schnellboot nach Isla Margarita. Das ist immer ein bißchen umständlich, kann sich aber lohnen.

Es war durchaus ein schöner Urlaub hier. Allerdings auch nicht so vollkommen überzeugend, daß wir danach nicht noch anderes ausprobieren mochten.