Posts Tagged ‘Restaurant’

3 Moms

Donnerstag, Januar 15th, 2009

Hornstr. 1, 10965 Berlin

5 von 5 Punkten

3 Moms, ja. War für mich ein bißchen pechbehaftet. Mit so viel Vorfreude da hin, und extra Fotoapparat mitgenommen und fotografiert, und nachher zu Hause fiel mir gar nichts mehr ein, wie ich einen Artikel darüber schreiben sollte. Die Fotos alle nichts geworden. Alle irgendwie doof oder langweilig. Und ein Aufhänger für den Text fiel mir auch nicht ein, so gar nicht.

Dabei wollte ich doch so gerne so ein großes Lob schreiben, über das wirklich tolle Essen, den dezent stilvoll eingerichten Raum, die umwerfend freundliche und charmante junge Kellnerin, die trotz des Gruppenansturms die Nerven behalten hat und alles irgendwie geschafft hat, sogar, als der gegrillte Schweinebauch knapp wurde, genug Leute zu überreden, etwas anderes zu nehmen.

Auch ich war darunter, und nahm stattdessen zwei weitere Vorspeisen. Besonders herausragend davon die eine, in dünnen Scheiben gebratenes mariniertes Rindfleisch, mit knusprigem Zeugs drüber, auf einem bunten Salat, der richtig Geschmack hat. Ganz groß, ganz wunderbar, ein Essen das glücklich macht. Und das noch für kaum Geld.

Wein war recht gut und auch sehr günstig, 3 € für 0,2 l, glaube ich.

Auch ich knie nieder.

Villa Rixdorf

Sonntag, Januar 11th, 2009

Richardplatz 6, 12055 Berlin

3 von 5 Punkten

Schon vor längerer Zeit hörte ich mit Freude, daß in der schönen Villa am Richardplatz, die ich noch als Sitz der Baufirma Wöltinger kannte, ein Restaurant eröffnet hatte – leider lange nachdem ich aus der Gegend weggezogen war. Entsprechend war ich neugierig, hier mal herzukommen.

Die Villa Rixdorf erwies sich als ein ausgesprochen ordentliches Restaurant, der Gegend entsprechend nicht teuer. Dafür wird ein sehr guter Gegenwert geboten mit dezent, traditionell geschmackvoll und dabei unprätentios eingerichteten Räumen, freundlichem und aufmerksamem Service, und einer ordentlichen Küche. Das Angebot ist im wesentlichen moderner deutscher Mainstream, fast nichts herausragendes, aber jeder wird etwas finden können.

Herausragend ist die riesige Pizza mit einem Meter Durchmesser. Den hat sie wirklich! Die elf oder zwölf vorwiegend jungen Männer am Nachbartisch, die alle wie gute Esser wirkten, kamen mit zweien davon aus. Mit 15 bis 30 € je nach Belag ist diese Pizza auch noch sehr günstig.

Ganz ohne Tadel ist die Küche insgesamt nicht – der fritierte Blumenkohl war sehr fade, und das Wiener Schnitzel sah mit seinen vielen Falten in der Panierung aus wie ein Shar-Pei-Hund und war recht dick. Dennoch schmeckte es durchaus gut, wie bis auf den Blumenkohl die anderen Gerichte auch.

Die Weinkarte bietet eine ganz schöne Auswahl von offenen Weinen, zu meiner Verwunderung allerdings alle zum selben Preis. Hier könnte man, auch wenn es die Abrechnung komplizierter macht, etwas mehr differenzieren. Überraschend klein ist die Auswahl an Flaschenweinen. Hier müßte man sich doch etwas mehr Vielfalt leisten können, denn die werden ja nicht so schnell schlecht.

Daß der Kellner Chivas Regal für die Krone der Whiskys hält, mag man ihm an diesem Ort nachsehen. Immerhin gibt es einen, und auch Johnny Walker Black Label war, wenn auch nicht auf der Karte, zu finden.

Eigenartigkeit am Rande: Die Hintergrundmusik war offensichtlich ausschließlich als solche gedacht und nicht zum Hinhören – Big-Band-Tanzmusik in der Art von Hugo Strasser, gespielt in einer relativ kurzen Schleife von vielleicht einer halben oder dreiviertel Stunde.

Fazit: Ein Haus mit wirklich angenehmer Atmosphäre, ordentlichem Angebot und sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis, wo man gut mal essen gehen kann, wenn man in der Gegend ist. Extra dahinfahren würde ich ohne weiteres aber nicht, also drei Punkte.

Dorfhotel Fleesensee

Freitag, November 14th, 2008

Am Kalkberg 1, 17213 Göhren-Lebbin

3 von 5 Punkten

Das Dorfhotel Fleesensee hat seinen Namen offensichtlich nicht davon, daß es im Dorf angesiedelt ist. Das ist es nicht, eher etwas außerhalb des Dorfs Göhren-Lebbin. Der Name kommt eher davon, daß die Apartments, die man hier mietet, auf Häuser verteilt sind, bis zu drei pro Haus, die dann wieder in “Dörfer” gruppiert sind – das “Fischerdorf”, das “Inseldorf”, das “Mühlendorf”, das “Piratendorf”. Und da gibt es denn einen Leuchtturm, eine Insel, eine Mühle, einen Bootssteg. Alles ist völlig unecht, auch das Fachwerk der Häuser, und es wirkt auch alles recht künstlich. Dafür dann aber auch wieder ganz nett, schon irgendwie hübsch.

Man betritt das Apartment direkt durch die Haustür. Unseres hatte einen kleinen Eingangsbereich mit Garderobe, Toilette, Bad mit Dusche, einen Koch-, Eß- und Wohnbereich und ein Schlafzimmer für zwei, insgesamt ca. 38 Quadratmeter laut Prospekt. Im Wohnbereich war ein Kaminofen, der jetzt im Mai natürlich nicht so wichtig war. Die Küchenecke war erstaunlich vollständig ausgestattet, mit Kühlschrank, Herd mit Backofen und vier Platten, Spülmaschine und einer kleinen Spüle. Dazu Geschirr und Besteck, Töpfe und Pfannen, Toaster, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Schneebesen, Kochlöffel, Küchenmesser, und so weiter. Die Einrichtung ist zweckmäßig und ganz hübsch. Nicht umwerfend, aber nett.

Hinter dem Apartment, durch eine Glastür erreichbar, ist eine kleine Terrasse. Hier sitzend lernten wir die eigentlichen Bewohner dieser Anlage kennen: die Enten. Überall trifft man hier auf Stockenten, die, meist in Paaren, herumlaufen und -fliegen. Nicht sehr viele, man sieht selten mehr als ein Paar oder Grüppchen auf einmal, aber sie sind doch präsent. Das ist eine schöne Idee, das bringt ein bißchen Leben und Charakter hinein.

Zum Charakter gehört wesentlich die starke Ausrichtung auf Familien mit (eher kleineren) Kindern. Es gibt einen Spielplatz, einen “Streichelzoo” (im wesentlichen einige Schafe in einem Gehege), einen Grillplatz; viele Pflanzen sind mit informativen Schildern beschrieben, und auch über Tiere der Gegend gibt es Informationen; es gibt einen Kinderclub (im “Leuchtturm”) und einen Jugendclub (”Pier 88″), ein kleines Karussell, und manches mehr. Go-Karts können ausgeliehen werden, und ebenfalls auszuleihen gibt es Handkarren, in denen die Eltern die Kinder durch die Anlage transportieren können, zu deren offensichtlichem großen Vergnügen.

Auch die Gestaltung scheint an jungen Familien orientiert zu sein. Das Apartment, so fiel uns irgendwann auf, sieht ein bißchen aus wie das Klischee “junge Familie” aus dem Möbelkatalog, und es sind Kindersicherungen in allen Steckdosen.

An Gaststätten gibt es ein Buffet-Restaurant für Frühstück und Abendessen (”Landhus”), ein à-la-Carte-Restaurant (”Störtebeker”), und eine Kneipe (”Bootshus”), in der es neben den Standardgetränken Cocktails und kleinere Gerichte à la Carte gibt. Das Frühstück fanden wir etwas gemischt zwischen ziemlich gut bei der Auswahl von Müsli und Eierspeisen und naja ordentlich bei Wurst- und Käseauswahl. Das Essen im Störtebeker war schon ordentlich, aber für den nicht ganz geringen Preis ein bißchen enttäuschend. [Mai 2008]

Nachtrag: Das Restaurant Störtebeker hat uns bei zwei folgenden Besuchen weiterhin enttäuscht. Das Essen war schwach, Service noch zufriedenstellend, Preis-/Leistungsverhältnis schlecht. [November 2008]

The Sixties Diner

Dienstag, August 26th, 2008

Mariendorfer Damm 338, 12107 Berlin

3 von 5 Punkten

Viel gebe es hier nicht in der Gegend, und dies hier sei noch ganz gut, sagte mein Freund M., den ich gestern wohl das letzte Mal sah, bevor er auswandert – immerhin “nur” ins europäische Ausland. Und wenn er dann nicht sehr lange Zeit hat, dann fahre ich dafür natürlich auch nach Mariendorf. Zum Glück ist der Sixties Diner trotz seiner südlichen Lage mit den Bussen M76 und X76 noch ganz gut angebunden.

Bei American Diner und Mariendorf verbinden sich in meinem Kopf zwei Klischees, resultierend in dem Bild eines kitschig amerikanisch dekorierten Lokals mit lauter Musik, größeren Gruppen Spätadoleszenter, die große Mengen Hamburger und Spare Ribs in sich reinschaufeln, laut grölend Bier aus eimergroßen Kannen trinken und sich dabei ganz großartig vorkommen.

Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Wer weiß, vielleicht ist es ja am Wochenende so. Am Montagabend aber war es ganz zivilisiert. Ja, es gab einen Tisch junger Leute, die sich Bier aus einer Kanne in die Gläser füllten. Die waren aber ganz ruhig. Ja, es gab auch Spare Ribs, M. aß sie, aber auch er blieb ganz ruhig dabei.

Überhaupt ging es recht ruhig zu. Das Lokal ist wirklich amerikanisch kitschig dekoriert, mit den typischen Kunstlederpolsterbänken, Juke Box, viel Leuchtreklame, Bilder von Elvis und 60er-Jahre-Autos, und was so dazugehört. Die Musik ist aber durchaus erträglich laut, erst recht auf der Terrasse. Und es laufen nicht nur Buddy Holly und Gene Vincent, sondern auch ganz moderne Acts wie Soft Cell und Anne Clark.

Die Bierauswahl ist ein bißchen eingeschränkt, aber immerhin nicht auf amerikanische Biere. Auf Warsteiner und Berliner vom Faß hatte ich keine Lust, aber das Carlsberg aus der Flasche – das hatte ich schon lange nicht mehr! – schmeckte mir gut. Die Hot Red Chili Poppers waren etwas fettig, und die Nachos “Gaucho” lagen mir etwas schwer im Magen, aber das kann einfach an der Menge gelegen haben. Der Service war freundlich, meist nicht langsam, und hinreichend aufmerksam.

Ja, wenn es denn Mariendorf sein soll, kann man hier mal hingehen. Dann trifft man es auch gar nicht schlecht.

Brewbaker in der Weinwirtschaft

Dienstag, August 26th, 2008

Flensburger Str., S-Bahn-Bogen, 10557 Berlin

3 von 5 Punkten

Kürzlich kam ich mal wieder hierher, um endlich mal das selbstgebraute Bier zu probieren.

Ein voriger Besuch hatte mir gezeigt, daß die Weinauswahl nicht ganz die geweckten Erwartungen erfüllte: dieser Wein war nicht da, jener zwar da, aber nicht kalt, generell gab es eigentlich zu wenig Informationen über die Weine. Aber man saß nett in angenehmer Atmosphäre, und das Essen war ziemlich gut.

Letzteres bestätigte sich dieses Mal nicht mehr ganz so, als habe es ein klein bißchen nachgelassen. Immer noch war es aber durchaus gut.

Das Angebot an selbstgebrautem Bier wechselt nach Saison und Laune. An diesem Tag gab es ein ein Lager, nach japanischer Art aus Reis gebraut, ein Pils und ein Stout. Das Reis-Lager war etwas eigenartig, aber als leichtes, durstlöschendes Sommerbier nicht übel. Das Pils war nicht ganz mein Fall, aber das Stout schmeckte mir ganz gut. (Mit einem Guinness, Murphy’s oder Beamish konnte es allerdings nicht mithalten.)

Lustig fand ich die Auswahl an Schnäpsen: Neben einer sehr großen Auswahl an Obstbränden gab es einen einzigen Whisky – der allerdings war ein Bowmore Cask Strength, schon ein richtig guter. Überraschend, aber köstlich.

Der alleine ist allerdings kein Grund, hierher zu kommen. Das Bier wohl auch nicht, ebensowenig alles andere, aber in der Summe ergibt das ein Lokal, in dem man durchaus einen ganz netten Abend zubringen kann, wenn die Lage günstig ist. Drinnen und draussen sitzt man ganz gut, die Fahrgeräusche der Bahn stören auch unter dem Stadtbahnbogen erstaunlich wenig.

Renger-Patzsch Restaurant

Samstag, Mai 31st, 2008

Wartburgstraße 54, 10823 Berlin

3 von 5 Punkten

Die Einrichtung ist sparsam, schlicht, wie auf den Webseiten gut zu sehen, mit den Fotos von Renger-Patzsch schön und unaufdringlich ergänzt.

Das Essen war gut, teilweise sehr gut. Die Salamis vorweg, ein paar Scheiben von drei verschiedenen Sorten, waren intensiv im Geschmack und dabei schön verschieden, die Senfsorten sehr passend dazu. Der Sauerbraten vom Schweinebäckchen bestand entsprechend aus kleinen Stücken, sehr zart und mit der braunen Soße sehr gelungen. Das Kohlgemüse dazu war nicht so spannend, die Schupfnudeln gut, so in Richtung solide.

Die Crème Brulée war überraschend tief und voluminös, ich kenne sie eher flach, so dass man mehr Kruste pro Volumen hat. Die Creme selbst war mit Vanille, was nicht ganz so mein Fall ist. Gut geschmeckt hat sie mir aber durchaus.

Von den offenen Weinen war ich etwas enttäuscht. Der Elsässer Pinot Noir, deutlich teurer als die anderen offenen Weine, war eher flach und uninteressant. Der Rioja war ordentlich, aber zum Beispiel am Abend drauf bekam ich im Chichikan einen besseren chilenischen Merlot für deutlich weniger Geld. Der Grauburgunder aus der Pfalz war genau wie erwartet und wirklich gut.

Der Service war ganz ordentlich; manchmal etwas lang abwesend, vielleicht insgesamt etwas zurückhaltend. Klar in Ordnung, aber hier hätte ich doch mehr erwartet. Und war es keine gute Idee, wenn man den Abend und den Laden abschließen will, so vielen Gästen die Gesamtrechnung auf den Tisch zu legen. Dann fangen die selbst an zu rechnen, und das dauert ganz schön lange.

Hm, nun also: Von Wein und Service war ich nicht begeistert, vom Essen teilweise. Mir schien es für den Preis nicht ganz das Erwartete zu bieten, deshalb nur drei Punkte. Als Gegensatz: Im Hamburger Cox war ich für unwesentlich mehr Geld erheblich zufriedener.

Nichtsdestoweniger war das eine tolle QCN, und es hat sehr viel Spaß gemacht!

Chichikan

Samstag, Mai 31st, 2008

Goltzstraße 52, 10781 Berlin

4 von 5 Punkten

Recht neu ist das chinesische Chichikan in Schöneberg, Goltzstraße Ecke Grunewaldstraße. Wir wollten noch eine Kleinigkeit essen und kamen zufällig hier vorbei. Die Aussicht auf Dim Sums, außen auf der Tafel versprochen, lockte uns hinein.

Die Einrichtung ist modern und sehr verschieden von der üblichen Kitschüberladenheit der meisten China-Restaurants in Deutschland – klar, ruhig, unaufdringlich, mit einzelnen chinesischen Akzenten, sehr geschmackvoll, mit dezenter, aber auch nicht zu dunkler indirekter Beleuchtung.

Auf der Karte gibt es chinesische und – laut Visitenkarte – Fusion-Küche, was auch immer das ist. Wir wollten aber keine vollständige Mahlzeit und entschieden uns für die Dim-Sum-Auswahl (8 Teile, € 6,80) und die Vorspeisenvariation, bestehend aus je zwei Frühlingsröllchen, frittierten Großgarnelen, Satéspießen mit Erdnußsoße und gebackenen Wan-Tans für € 6,50.

Die Vorspeisen gibt es wie üblich auch einzeln zum entsprechend geringeren Preis. Die Hauptgerichte liegen (von der Peking-Ente abgesehen) zwischen 6 und 16 €, von Nudeln mit Gemüse bis zu Jakobsmuscheln mit Kaiserschoten. Darunter sind recht interessant klingende Kombinationen wie zum Beispiel Lammkotelett mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und Knoblauch auf Pok Choi (€ 13,80).

Auch die Gerichte, die den in Deutschland verbreiteten “Standards” der chinesischen Küche zumindest ähneln, sind hier so beschrieben, daß ich neugierig werde: “Kanton-Ente, kross gebacken und gebettet auf frischem Wok-Gemüse” klingt irgendwie besser als sonst.

Zu unserer Überraschung gab es eine separate Weinkarte mit einer tatsächlich interessant klingenden und nicht allzu kleinen Auswahl von Weinen offen und als Flaschen, davon die teureren bei 25 €. Sogar die Beschreibungen der beiden chinesischen Weine (rot und weiß) machten mich neugierig (€ 19 und € 20).

Bei unserer etwas beschränkten Auswahl haben wir von den eigentlich interessanten Dingen noch nichts mitbekommen. Die Vorspeisen waren gut, aber nichts besonderes. Die Atmosphäre allerdings schon, und deshalb werden wir uns hier sicher noch weiter durchprobieren.

Nachtrag: Gestern waren die Frühlingsrollen langweilig, aber die Sauer-Scharf-Suppe mal etwas anderes als sonst überall, frisch gekocht mit noch knackigem Gemüse und mit eigenem, interessantem Aroma. Sehr gut!

Das scharfe Huhn in Würfeln mit Gemüse und Cashwkernen hielt sich ordentlich, aber nicht mehr; das doppelt gebratene scharfe Schweinefleisch mit Knoblauch und Gemüse in pikanter Bohnensoße war dagegen sehr gut.

Der offene chilenische Merlot schmeckte mir überraschend gut. Zunächst nicht übermäßig kräftig wurde er mit jedem Schluck besser und entwickelte einen sehr langen, schönen Nachhall. Sowohl Verwandschaft mit als aus Distanz zu Frankreich waren vorteilhaft herauszuschmecken.

Strandhotel Dagebüll

Sonntag, Mai 18th, 2008

Koogwarft 1, 25899 Dagebüll

4 von 5 Punkten

Am und zum Teil auf dem Deich direkt am Dagebüller Fährhafen liegt das Strandhotel. Wie vermutlich die meisten kenne ich nur das Restaurant, von dessen vorderen Teil aus man einen sehr schönen Blick auf den Hafen und das Wattenmeer hat, bei entsprechendem Wetter auch auf die Badenden direkt vor dem Haus.

Obwohl die Gäste durch den Fährbetrieb frei Haus geliefert werden, sind Auswahl durchaus gut, Preise in Ordnung und Service freundlich und professionell; das Ambiente ist norddeutsch klassisch-rustikal. Das Restaurant ist damit eine gute Gelegenheit für einen Kaffee oder auch eine kleine oder größere Mahlzeit, während man auf die Fähre wartet. Der Kaffee war durchaus ordentlich, und der Lachs mit Toast, den ich hatte, sogar ausgesprochen gut.

Außer dem Restaurant gibt es eine Bierstube, und es werden Zimmer vermietet, wie der Name es nahelegt. Die Webseite bietet leider keine Informationen über die Zimmerpreise.

Peking Ente

Samstag, Mai 17th, 2008

Waldstraße 5, 25938 Wyk

3 von 5 Punkten

Die Peking Ente in Wyk auf Föhr ist ein China-Restaurant, wie es in ungefähr jeder Kleinstadt in Norddeutschland eins gibt. Relativ groß, sehr stark mit chinesisch aussehenden Dingen dekoriert, und mit einer Speisekarte, die dominiert ist von “Ente-kross”-Gerichten. Die meisten Gerichte scheinen mir üblicherweise nicht sehr ursprünglich chinesisch zu sein.

So ist es auch hier. Aber es findet sich auch ein Tintenfisch “Sezchuan Art” mit Knoblauch und schwarzen Bohnen, der mir gut schmeckt; nur ist er entgegen seiner Beschreibung in der Karte nicht gerade scharf. Dem läßt sich mit Sambal Oelek abhelfen, wenn auch das nun gerade nicht Sezchuan-typisch ist. Krupuk und Tsing-Tao-Bier schmecken auch gut, und insgesamt haben wir für nicht zu teures Geld gegessen, die Adresse am Wyker Südstrand bedacht, und es war doch ganz gut.

Nil Restaurant

Samstag, Mai 17th, 2008

Neuer Pferdemarkt 5, 20359 Hamburg

5 von 5 Punkten

Menü Mai 2008:

Roh marinierter Thunfisch mit Mispeln, Erbsensprossen und Gartenkresse

Roulade von Morcheln und Nudeln mit Mairübe und Pimpinelle

Kurzgebratenes aus der Maibockkeule mit Spargel und Kartoffel-Buchweizenauflauf

Waldmeistersavarin mit Rhabarber und Ricotta-Sauerampferparfait
oder
Auswahl von Rohmilchkäsen

Der Raum war mir schon ein bißchen bekannt, also gab es einen Anflug von Vertrautheit, als wir ihn betraten, nicht mehr ganz fremd. Schlicht, unprätentiös eigentlich, aber doch mit Tiefe und einer nicht banalen Struktur. Die Einrichtung erweist sich auf den zweiten Blick als nicht nur optisch gediegen und unaufdringlich.

Der Platz, am Geländer der Empore, ideal und mit viel Überblick. Alles stimmt, man sitzt gut, es ist nicht zu hell und nicht zu dunkel, mit Stimmengewirr nicht zu laut und nicht zu leise, noch keine Musik. Der Kellner: Ruhig, heiter, charmant und so nett, daß wir uns einfach freuen, wenn er da ist.

Die Entscheidung für das Menü des Monats ist einfach, für mich allerdings mit Kartoffelpüree statt des Gratins mit Buchweizen – eins der wenigen Lebensmittel, die ich nicht mag. Das Essen ist großartig, vollkommen gelungen und exquisit von vorne bis hinten, jeder Gang ein hervorragendes Vergnügen. Der Gruß aus der Küche, nach dem zweiten Gang, ebenfalls, und von ebensolcher Menge wie Vorspeise oder Zwischengang.

Rohmilchkäse? Haben wir zu Hause auch, nehmen wir das andere Dessert. “Aber unsere Rohmilchkäse sind sehr gut!”, die leicht schmunzelnde, leicht gekränkt gespielte Antwort. Sind unsere zu Hause auch, aber den Versuch ist es wert, nehmen wir beides – und sie sind wirklich sehr gut, tendentiell eben doch etwas besser als unsere.

Die Weinempfehlung zum Menü paßte exzellent. Sehr schön auch weitere empfohlene Weine. Da hätte ich noch länger schwelgen mögen.

Als später doch Musik kommt, ist es ausgerechnet Ella Fitzgerald mit dem Cole Porter Songbook. Das ist unglaublich! Diese Musik paßt für mich zu diesem Moment besser, als hätte man mich selbst wählen lassen.

Ebenfalls unglaublich: Das silberne Messer zum Dessert ist aus dem Besteck, das meine Eltern Anfang der 60er bekommen haben und von dem die letzten drei Stück bei mir gelandet sind.

Meine Erwartungen waren schon hoch, aber sie wurden in jedem Punkt mehr als erfüllt. Der Spaß, in Hamburg extra für ein Essen zu übernachten, hat sich gelohnt. Hotzenplotz, ihr seid zu beneiden, Menschen so glücklich machen zu können!